Unternehmen / Finanz

Versicherer freuen sich über Zinsnormalisierung

Bewertungsverluste auf Obligationen belasten nur kurzfristig. Finanziell bleiben die Unternehmen stabil. Operativ tun sich Chancen auf.

Wegen der gestiegenen Marktzinsen müssen die Versicherer herbe Bewertungsverluste wegstecken. Die Unternehmen halten etwa zwei Drittel des Vermögens in Anleihen staatlicher und privatwirtschaftlicher Schuldner. Denn mit in der Laufzeit gestaffelten festverzinslichen Papieren lassen sich die Fälligkeiten feststehender Renten- und sonstiger Zahlungsverpflichtungen verlässlich abdecken. Mit der Zinshausse haben dieses Jahr nicht nur Obligationen an Kurswert verloren, sondern auch Aktien. Sie machen jedoch in den Anlageportfolios der Versicherer einen nur geringen Anteil von 5 bis 10% aus.

Die Anlagesummen sind riesig. Zurich Insurance und Swiss Life führen je beinahe 200 Mrd. Fr. Geldanlagen, Swiss Re mehr als 100 Mrd. Die weiteren kotierten Schweizer Versicherer kommen zusammen auf nochmals so viel. Die Auswirkungen der Obligationen- und der Aktienbaisse sind allerdings komplex und erschweren den Anlegern, den Ergebnistrend der Versicherungsunternehmen einzuschätzen.

Finanzzahlen sind verwirrlich

Nur ein Teil der Marktwerteinbusse der Investments schmälert den Jahresgewinn, sagt ZKB-Branchenanalyst Georg Marti. Der überwiegende Teil der Anleihen in den Bilanzaktiven der Versicherer wird von ihnen als dauerhafte Geldanlage kategorisiert. Ihr Bewertungszuwachs bzw. ihre Verluste werden gemäss der internationalen Bilanzierungsnorm IFRS direkt im Eigenkapital erfasst. Dort verbucht sind auch die Bewertungsgewinne aus früheren Jahren, als die Marktzinsen fielen und die Anleihenkurse stiegen.

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