Unternehmen / Energie

Versorger fürchten steigende Stromkosten

Klagen der Verbraucher rufen die Politik auf den Plan, neue Markteingriffe zeichnen sich ab. Spanische und britische Versorger sind weniger gefährdet.

Unaufhaltsam steigende Strompreise werden in Europa nicht nur für die Verbraucher – vor allem private, mehr und mehr auch für industrielle – zum Ärgernis. Auch die Versorger sehen diesen Trend mit Unbehagen. Die Deutsche Bank prognostiziert in einer Branchenstudie einen Anstieg des Haushaltsstrompreises in Deutschland von derzeit etwa 28 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf weit über 40 Cent/kWh bis 2020 – dem Jahr, in dem die EU-Ziele in puncto CO2-Emissionen und Mindestanteil erneuerbarer Energie erreicht sein sollen.

Die steigenden Stromrechnungen liegen nicht an höheren Marktpreisen – die Terminbörsen signalisieren im Gegenteil niedrige Preise. Der Grund sind steigende, staatlich festgelegte Kosten für die Förderung von Solar- und Windkapazitäten. Trotzdem dürften die EU-Ausbauziele in etlichen Ländern verfehlt werden. Die Versorgerbranche sieht sich im Dilemma: Je mehr sie zur Erreichung der Renewables-Ziele tut, desto mehr konkurrenziert sie ihre konventionelle Stromerzeugung, die kaum noch oder nicht mehr profitabel zu betreiben ist. Zugleich nimmt die Bereitschaft der Politik zu, in die Gestaltung der Preise für Endverbraucher einzugreifen, auf Kosten der Versorger. Und immer mehr Verbraucher wollen sich durch eigene Erzeugung vor Kostensteigerungen schützen, was für den Rest des Systems die Belastungen weiter erhöht – ein Teufelskreis.

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