Märkte / Aktien

Verwerfungen und reger Handel

Ausserbörsliche Aktien Schweiz: Das Marktthema Covid-19 schlägt durch. Der Indexverlust hält sich aber in Grenzen.

Friedrich Bamert

Der ausserbörsliche Handel hat sich im März den Trends der Welt­börsen nicht entziehen können. Die Volatilität war ausgeprägt, aber weniger hoch als an der SIX. Der ZKB KMU Index verzeichnete eine Volatilität von knapp 10%, während der SPI (SXGE 12071.4 -1.35%) Schwankungen von 25,6% und der SMIM (SMIM 2401.249 -1.54%) von 30,3% aufwies.

Im Sog der Marktverwerfungen stieg der Umsatz auf der Handelsplattform der Zürcher Kantonalbank im März auf 10,4 Mio. Fr. (Februar: 5,9 Mio.). Der Index ­verlor 8,4% und schloss bei 1055,15. Die ­Gewinner waren rar, einzelne Valoren verloren markant an Wert.

Repower im Fokus

Fast die Hälfte des Handelsvolumens entfiel auf nur drei Titel, Repower, NZZ (NZZ 5200 -2.8%) und Cham Group (CPGN 411 0.24%). Der Versorger Repower ist von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb entlang der gesamten Stromwertschöpfungskette sowie zusätzlich im Gasgeschäft tätig. Die vier grössten Aktionäre, Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Kanton Graubünden, UBS (UBSG 10.42 3.84%) Clean Energy Infrastructure KGK sowie Axpo, halten zusammen rund 84% der Aktien und sind untereinander mit einem Aktionärsbindungsvertrag verbunden. Die restlichen Papiere befinden sich im Streubesitz.

Repower wurden seit Anfang Jahr rege gehandelt und erreichten ein Höchst von 104 Fr. Im Berichtsmonat zählten aber auch sie zu den Verlierern mit einem Minus von 15,7%. Erst vor der Publikation der Jahreszahlen am Dienstag fanden sie Boden. 2019 konnte Repower den operativen Gewinn 84% auf 65 Mio. Fr. verbessern. Dies, obwohl volatile Strompreise und ein geringerer Handelsumsatz die ­Gesamtleistung um 7,3% auf 1,9 Mrd. Fr. sinken liessen. Der Gruppengewinn hat sich mit 50 Mio. Fr. im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 2.50 Fr. pro Aktie (0.50 Fr. im Vorjahr). Für das laufende Jahr geht Repower von einem Unternehmensergebnis unter Vorjahr aus.

NZZ fallen vom Höchst

Die Aktien der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erreichten im Februar ein Höchst bei 5850 Fr. Bis Ende März korrigierten sie aber 24% (davon 17% im Berichtsmonat). Die NZZ-Mediengruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen betrieblichen Gesamtertrag von 231,3 Mio. Fr. Nicht mehr enthalten sind die früheren NZZ-­Regionalmedien-Gesellschaften, die 2018 in das Joint Venture CH Media mit Partner AZ Medien (AZ Medien 1485 6.07%) eingebracht wurden. Dank einer Zunahme von rund 7% bei den Abonnementen konnte die NZZ-Gruppe den Lesermarktumsatz um 2% steigern. Der strukturelle Rückgang im Print-Werbemarkt setzte sich fort und führte zu 12% Umsatzrückgang.

Unter dem Strich schrieb die Gruppe ein Ergebnis von 18,4 Mio. Fr., was knapp unter dem Vorjahr lag. Das Eigenkapital reduzierte sich leicht auf 262,1 Mio. Fr. Die Eigenkapitalquote stieg von 76 auf 77%. Der Verwaltungsrat schlägt eine ­unveränderte Dividende von 200 Fr. vor. Per April hat auch die NZZ-Mediengruppe Kurzarbeit beantragt.

Cham-Dividende gesucht

Ein weiterer Umsatzspitzenreiter waren die Valoren der Immobiliengesellschaft Cham Group. Am 20. Dezember 2019 wurden die Titel (Eröffnungspreis 440.10 Fr.) erstmals auf eKMU-X gehandelt. In den ersten drei Monaten schwankten sie zwischen 312 und 500 Fr., mit einem Schlusskurs Ende März von 385 Fr.

Cham Group erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen nahezu unveränderten Betriebsertrag von 2,4 Mio. Fr. Die Mieteinnahmen lagen mit 2,2 Mio. Fr. auf dem Vorjahresniveau. Dazu kam ein beachtlicher Erfolg aus Neubewertung gemäss den Projektfortschritten. Das betriebliche Ergebnis nach Neubewertung erreiche 30,3 Mio. Fr. Der Gewinn betrug 26,9 Mio. Fr. Das Eigenkapital von 239,6 Mio. Fr. ­entspricht einer Eigenkapitalquote von 91%. Der Verwaltungsrat schlägt eine ­unveränderte Dividende 6 Fr. vor. Davon sollen 4.35 Fr. aus Kapitaleinlagereserven und 1.65 Fr. als Nennwertrückzahlung ausgeschüttet werden.

Die Arealentwicklung Papieri tritt nun in die Umsetzungsphase. Die Bauarbeiten für die erste Etappe sind angelaufen. 101 von 105 Eigentumswohnungen, Lofts und Ateliers sind bereits reserviert. Der Gesamtwert des Immobilienportfolios erhöhte sich um 41,3 auf 179,7 Mio. Fr. Im laufenden Jahr stehen die Bauarbeiten der ersten Etappe im Fokus. Die Suche nach Nutzern für die kommerziellen Flächen und die Planung der zweiten Bauetappe folgen in zweiter Linie.

Eine Prognose für den ausserbörslichen Handel ist sehr schwierig. Wie an den kotierten Märkten hängt auch hier ­alles von den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie ab.