Märkte / Derivate

Viel Lärm um eine kleine Bohne

Chinesische Einfuhrzölle auf Soja würden die USA empfindlich treffen. Doch für das Reich der Mitte ist es schwierig, den enormen Sojabedarf über andere Importquellen zu decken.

Sie ist klein und ziemlich unscheinbar – und doch kommt der Sojabohne im sino-amerikanischen Handelsstreit eine zentrale Rolle zu. Macht China die Drohung wahr, den US-Import des Agrarguts mit einem Strafzoll von 25% zu belegen, trifft dies die Farmer, wo es besonders schmerzt – hat der amerikanische Agrarsektor über die vergangenen Jahre doch spürbar vom chinesischen Rohstoffhunger profitiert. Allerdings: Ganz einfach wird es auch für das Reich der Mitte nicht, den gewaltigen Sojabedarf über alternative Importquellen zu befriedigen.

Letztes Jahr führte China Sojabohnen im Wert von rund 13 Mrd. $ aus den USA ein. Zwar wirkt dieses Volumen auf den ersten Blick überschaubar. Die US-Landwirtschaft kämpft aber bereits jetzt mit einem Profitabilitätsproblem: In der aktuellen Prognose warnt das Agrarministerium, dass die Gewinne im laufenden Jahr auf ein Zwölfjahrestiefst fallen könnten. Zudem würden Strafzölle gerade die Trump-nahen Bundesstaaten treffen: Acht der zehn grössten Sojaproduzenten haben an der letzten Präsidentschaftswahl für die Republikaner gestimmt.

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