Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Am 9. September findet in Maranello eine der grössten Ferrari-Auktionen aller Zeiten statt. Ein guter Grund, die aktuelle Preislage etwas zu analysieren.

Ferrari feiert seinen 70. Geburtstag. Auch aus diesem Grund veranstaltet Marktführer RM Sotheby’s am 9. September in Maranello unter dem Titel «Leggenda e Passione» eine Auktion, in der ausschliesslich Ferrari unter den Hammer kommen.

Vierzig Preziosen sind bislang bekannt, das Angebot reicht vom günstigen 348 TS aus dem Jahre 1991 über einen Daytona, der vierzig Jahre in einer Scheune gestanden hatte. bis hin zu einem 250 GT mit kurzem Radstand, für den bis 10 Mio. € bezahlt werden dürften.

Spannend aber auch: der Ferrari 400i aus dem Jahre 1983 aus der Sammlung von «Rolling Stone» Keith Richard, der das Auto neu gekauft hatte und in den vergangenen 34 Jahren nur gerade 3267 Kilometer damit gefahren ist.

Doch wie ist die Marktlage für diese klassischen Ferrari? Die Auktionen im Umfeld von Pebble Beach Mitte August dürfen als guter Gradmesser gelten, an der Küste von Kalifornien treten jeweils alle grossen Auktionshäuser an – und heuer war das Angebot an Ferrari überwältigend.

Zwar war es nicht einer der italienischen Sportwagen, der den höchsten Preis erzielte, diese Ehre gebührt dem Aston Martin DBR 1, der für stolze 22,5 Mio. zugeschlagen worden war, doch mehr als zwei Dutzend Ferrari schafften den Sprung über die Millionengrenze.

Spitzenreiter war ein 275 GTB Competizione, der für 14,5 Mio. $ zugeschlagen wurde – ein neuer Rekord für dieses Modell. Bei «Leggenda e Passione» kommt ein schöner Alu-275er unter den Hammer, Schätzpreis 2,4 bis 2,8 Mio. €.

Ganz klar ist: Frühe Rennwagen mit schöner Geschichte verkaufen sich weiterhin glänzend, da zeigt die Tendenz bei den Preisen weiterhin steil nach oben. Auch die ganz klassischen Modelle wie der California Spyder, die «normalen» 275 GTB oder die Superamerica werden immer teurer.

Heftig auch die Steigerung bei einem ganz neuen Modell, dem LaFerrari, für den bereits mehr als 3,5 Mio. $ abgedrückt werden – das Fahrzeug ist erst zwei Jahre alt, kostete damals rund eine Million.

Etwas erstaunlich ist dagegen, dass die Daytona auf einem tiefen Niveau verharren, bei Bonham’s konnte man diese Ikone der Siebzigerjahre schon für 511’000 $ haben.

Das schwächste Glied war allerdings eine F355 Berlinetta, die es zum Discountpreis von 55’000 $ gab. Das wohl günstigste Stück in Maranello am 9. September: 348 TB von 1991, geschätzt auf 125’000 bis 150’000 €.

Doch die Frage muss ja sein: wo liegt das grösste Potenzial? Eine Beobachtung in Pebble Beach: Es sieht ganz so aus, als ob die 308 GTB so langsam durchstarten. Zwar gab es ein solches Modell noch für 73’700 $ bei Bonham’s, doch ein paar Schritte weiter schaffte es bei RM Sotheby’s ein gleiches Modell auf 192’500 $.

Nur schon diese grosse Schere zeigt, dass der Markt wahrscheinlich heiss ist. Gleiches gilt für den Nachfolger, den 328, bei dem die Preisspanne zwischen 99’000 und 154’000 $ lag.

Und das hatte nicht bloss mit dem Zustand der Auktionsstücke etwas zu tun. Massiv nach oben zeigen auch die Preise für den 512M, da haben sich die Preise innerhalb eines Jahres verdoppelt, Gooding verkaufte ein schönes Stück für sagenhafte 478’500 $.

Auch ein 512BBi kam auf 429’000 $ – einen anderen gab es schon für 242’000 $. Einig ist man sich, dass man mit den Mittelmotor-Zwölfzylindern, also von 365 GT4 BB bis zum besagten 512M, kein Geld mehr verlieren kann.

Ausser natürlich beim Unterhalt, der nicht wirklich günstig ist. Empfehlenswert für am 9. September: ein 365 GT4 BB, 1974, geschätzt auf mindestens 350’000 €.

Unser Tipp, übrigens: Ferrari 599 GTB. Die gibt es weiterhin für knapp mehr als 100’000 Franken. Doch das ist ein wirklich hervorragendes Fahrzeug, das auch im Alltag richtig viel Freude macht.

Und irgendwann müssen diese feinen Stücke auch aus ihrem Loch kommen – wie eigentlich alle Ferrari. Einen 599 GTB gibt es bei «Leggenda e Passione» leider nicht, aber einen 599 GTO – auf doch erstaunlich bescheidene 425’000 bis 500’000 € eingeschätzt; da ging schon deutlich mehr . . .