Märkte / Emerging Markets

Vietnams Wirtschaft wächst 2013 scheller als erwartet

Dank boomender Exporte, verbesserter makroökonomischer Eckwerte wie auch einer Reorganisation der Staatskonzerne schlägt die vietnamesische Börse 2013 die regionalen Rivalen.

Die vietnamesische Wirtschaft ist 2013 schneller gewachsen, als von der Regierung projiziert worden ist. Das Bruttoninlandprodukt (BIP) lag gemäss dem statistischen Amt im vierten Quartal angetrieben von den steigenden Ausfuhren 5,42% höher als im Vorjahreszeitraum. Damit expandiert die sechstgrösste südostasiatische Volkswirtschaft im laufenden Jahr 5,42%, also leicht höher als die ursprünglich projizierten 5,3%. Vietnam ist das erste Land der Region, das die provisorischen Wachstumszahlen für 2013 veröffentlicht hat.

Global an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen

In den ersten elf Monaten steigen die Ausfuhren 16,2% schneller als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Das verdankt das Land vor allem dem Investmentboom, der von ausländischen Konzernen wie Intel (INTC 57.58 -2.82%), Samsung (SMSN 1'912.50 -4.18%) und Nokia (NOKIA 3.34 -1.01%) Ojy angetrieben wird. Vietnam profitiert von Lohnkosten, die deutlich tiefer liegen als in China, den Philippinen oder Indonesien. Auch hat die Landeswährung Dong in den vergangenen Jahren an Aussenwert verloren, während der chinesische Yuan und der philippinische Peso gegenüber dem Dollar deutlich aufgewertet worden sind. Die blühende Exportwirtschaft kompensierte die 2013 fallende lokale Nachfrage wie auch ein deutlich geschrumpftes Kreditwachstum.

Der Regierung ist es in den vergangenen zwei Jahren gelungen, die Inflation unter Kontrolle zu bringen und auch das geschwächte Bankensystem zu stärken. Während die Teuerungsrate sich Anfang 2012 noch auf beinahe 20% belaufen hatte, betrug sie im November noch 5,7%. All das wurde von der vietnamesischen Börse mit deutlichen Kursgewinnen belohnt. Der VNT-Index hat in diesem Jahr bisher 22% zugelegt und zeigte damit die beste Performance aller bedeutenden südostasiatischen Aktienmärkte auf.

Weltbank zuversichtlich

Die Stimmung der Investoren wurde vor allem auch von Fortschritten im laufenden Reformprogramm aufgeheitert. So ist von der Regierung die Reorganisation der meist schwerfälligen staatlichen Konzerne angegangen worden. Mit der Gründung der Vietnam Asset Management Company ist auch eine Lösung für die Spätfolgen der exzessiven Kreditvergabe der vergangenen Jahre gefunden worden. Die sogenannte Bad Bank soll die notleidenden Kredite abwickeln und damit einen  Schlussstrich unter Jahre einer überbordenden Geldpolitik gezogen werden. Die Weltbank geht für 2014 von einem BIP-Wachstum von 5,8% aus.