Unternehmen / Gesundheit

Vifor erleidet Rückschlag

Vifor Pharma und Fresenius Medical Care erreichen zusammen mit ChemoCentryx die Studienziele nicht.

(AWP/RB) Das Gemeinschaftsunternehmen zwischen Vifor Pharma (VIFN 149.8 4.72%) und Fresenius (FRE 43.15 1.86%) Medical Care (FME 75.62 3.36%), VFMCRP, hat zusammen mit seinem Partner ChemoCentryx eine Forschungsschlappe erlitten. So seien in der Phase-II-Studie Lumina-1 die Ziele nicht erreicht worden, gaben die beiden Gesellschaften in einer gemeinsamen Medienmitteilung am Montag bekannt.

In der Studie wurden Patienten mit der seltenen Nierenerkrankung primäre fokale segmentale Glomerulosklerose (FSGS) behandelt. Sie erhielten den oral verabreichten selektiven Inhibitor CCX140. Die Daten zeigen, dass die Behandlung nicht zu einer signifikanten Verringerung der Proteinurie geführt hat.

Mit Rückschlägen wie diesem muss in der Medikamentenentwicklung immer gerechnet werden. Angesichts der mittlerweile recht breiten Produktpalette und der Entwicklungspipeline von Vifor sollte der Aktienkurs deswegen aber nicht allzu sehr leiden. Da der Wirkstoff erst in Phase II war, enthielten die Analystenmodelle einen nur geringen Umsatz.

Wenig Auswirkung auf Bewertungsmodelle

Stephan Schneider von Vontobel (VONN 58.45 1.83%) hatte die Erfolgswahrscheinlichkeit mit 30% veranschlagt. Er hat sein Kursziel nun um 2 Fr. auf 140 Fr. reduziert. Gar keinen Effekt hat das Scheitern der Studie im Bewertungsmodell von Bruno Bulic von Baader Helvea. Er hatte dieses Entwicklungsprojekt als sehr riskant eingestuft und deshalb keine künftigen Einnahmen eingepreist. Auch Sibylle Bischofberger von der ZKB hatte den Wirkstoff in der Indikation FSGS noch nicht mit Zahlen verbunden.

Ein Erfolg wäre für die betroffenen Patienten wichtig gewesen, da es noch keine zugelassenen Medikamente gibt. Bulic hat den potenziellen Spitzenumsatz auf 600 Mio. $ geschätzt, Mirabaud Securities hingegen auf nur 100 Mio. $, was 1,2% ihrer für Vifor errechneten Bewertung ausmachte.

CCX140 wird in verschiedenen Indikationen getestet. In der diabetischen Nephrologie war es in der Phase II erfolgreich.

 

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