Unternehmen / Gesundheit

Übernahmefantasie befeuert Vifor

Eine grosse Private-Equity-Gesellschaft habe mit dem Pharmakonzern kürzlich Gespräche über eine Übernahme geführt. Die Aktien steigen stark.

(Reuters)Finanzinvestoren haben Insidern zufolge den Schweizer Arzneimittelhersteller Vifor Pharma (VIFN 135.90 -1.27%) ins Visier genommen. Mindestens eine grosse Private Equity-Gesellschaft habe mit Vifor kürzlich Gespräche über eine mögliche Übernahme geführt, wie zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Einer der Personen zufolge habe eine Offerte in der Grössenordnung von 10 Mrd. Fr. im Raum gestanden. Beim Preis hätten die Parteien aber keine Einigkeit erzielt. Gegenwärtig ruhten die Gespräche. Es sei zur Zeit unklar, ob sie wieder aufgenommen würden und ob möglicherweise auch Firmen aus der Gesundheitsbranche ein Auge auf Vifor werfen könnten. Den Namen des Interessenten konnte Reuters nicht in Erfahrung bringen. Vifor lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach der Veröffentlichung des Berichts kletterten die Aktien um 17% auf 139,35 Fr. Zuvor hatten sie auf 123 Fr. notiert, sodass Vifor auf einen Wert von rund 8 Mrd. Fr. kam. Im Februar hatten die Titel allerdings noch bei 190 Fr. gestanden. Mit einem Anteil von zusammen rund 20% sind der Schweizer Investor Martin Ebner und seine Frau Rosmarie grösste Aktionäre. Ohne ihre Zustimmung dürfte eine Übernahme kaum gelingen.

Kenner der Lage halten es für möglich, dass die Ebners bereit sein könnten, sich unter gewissen Bedingungen von ihrer Beteiligung zu trennen. Hintergrund ist der Chefwechsel bei Vifor. Im Mai trat der langjährige Unternehmenslenker Etienne Jornod zurück. Ebner hielt einer mit der Situation vertrauten Person zufolge grosse Stücke auf Jornod. Ein Sprecher von Ebners Vermögensverwaltungsgesellschaft Patinex wollte keinen Kommentar abgeben.

Hauptgeschäft von Vifor Pharma sind Wirkstoffe gegen Eisenmangel wie das intravenös verabreichte Ferinject. Zudem betreiben die Schweizer zusammen mit Fresenius (FRE 38.81 +0.21%) Medical Care (FME 68.72 +0.53%) ein Gemeinschaftsunternehmen, das Medikamente gegen Nierenleiden entwickelt und vermarktet. Das kleinste Geschäft ist eine Arznei gegen einen erhöhten Kaliumspiegel.

Den Umsatz mit Ferinject will Vifor bis 2025 auf 2 Mrd. Fr. verdoppeln. In dem Geschäft sind die Schweizer Weltmarktführer. Analysten zufolge dürfte das Unternehmen diese Stellung verteidigen können. Als grösstes Risiko für einen möglichen Käufer erachten sie die Abhängigkeit vom Partner Fresenius, über den ein grosser Anteil der Verkäufe läuft.

Vifor Pharma steigerte den Umsatz 2019 um 18,5% auf 1,88 Mrd. Fr. und fuhr einen Gewinn von 159 Mio. Fr. ein. Für das laufende Jahr hat die Gesellschaft eine Verlangsamung des Wachstums auf 5% in Lokalwährungen in Aussicht gestellt. Im September hatte Vifor die im Bereich Immuntherapeutika tätige Tochtergesellschaft OM Pharma für 435 Mio. Fr. an Jornods Optimus Holding verkauft. Mit dieser Bereinigung des Portfolios sei Vifor zu einem attraktiveren Übernahmeziel geworden, hiess es in Finanzkreisen.

Die komplette Historie zu Vifor Pharma finden Sie hier. »

Leser-Kommentare

Fritz Schäfer 27.11.2020 - 21:29

Interressant was da vor geht mit Vifor. Behalte auf jeden Fall meine 1500 Aktien.
Für mich sind sie Fr. 165.- auf jeden Fall Wert. ( gekauft bei Fr. 130.-)
Mit lieben Grüssen: Fritz Schäfer Kd.-Nr.: 113 42 886