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Vifor stärkt Geschäft für Nierenbehandlungen

Mit dem Zukauf der spanischen Sanifit Therapeutics und der Schweizer Inositec festigt die Biopharmagesellschaft ihre Stellung.

(AWP) Vifor Pharma ist auf Einkaufstour. Gleich zwei Übernahmen hat das Biopharmaunternehmen am Montag angekündigt. So habe man das spanische Unternehmen Sanifit Therapeutics und die Schweizer Firma Inositec AG akquiriert.

Im Rahmen der Übernahmevereinbarung werde Vifor Pharma die ausstehenden Aktien von Sanifit Therapeutics komplett übernehmen, teilte der Konzern am Montag mit. Die Aktionäre von Sanifit erhielten eine Vorauszahlung von 205 Mio. €, klinische, regulatorische und marktbezogene Meilensteine in Höhe von bis zu 170 Mio. sowie gestaffelte umsatzabhängige Meilensteine, die bei Spitzenumsätzen einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbetrag erreichen könnten.

Auch von Inositec AG werde man die Aktien komplett erwerben. Das Unternehmen erhalte dafür eine Vorauszahlung von 20 Mio. Fr. und habe Anspruch auf erfolgsabhängige klinische Zahlungen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.

Im Gegenzug erhalte Vifor von Sanifit die vollen globalen Rechte für SNF472, einem neuartigen, erstmals intravenös verabreichten Hemmstoff der Gefässverkalkung. Er soll zur Behandlung von Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium eingesetzt werden. Konkret geht es dabei um den Einsatz bei Kalziphylaxie (kalzifizierende urämische Arteriolopathie; CUA), einer Form von Gefässverkalkung und der peripheren Arterienerkrankung (PAD), einer schweren Durchblutungsstörung.

Mit der Übernahme werde Vifor SNF472 nun weiter klinisch entwickeln und vermarkten. SNF472 wurde bereits von der US-amerikanischen Food and Drug Administration als Orphan Drug für die Behandlung von CUA und PAD und von der Europäischen Arzneimittelagentur für CUA zugelassen, teilte Vifor weiter mit.

Derzeit werde der Wirkstoff in einer Phase-III-Studie zur Behandlung von CUA bei Dialysepatienten getestet, um die primären Endpunkte Wundheilung und Schmerzen zu messen. Der Beginn einer Phase-III-Studie zur Behandlung der PAD bei Dialysepatienten ist laut Vifor für das Jahr 2022 geplant.

Inositecs neuartiger Wirkstoff INS-3001 wiederum ist laut Mitteilung eine Behandlung für Patienten mit den Gefässverkalkungserkrankungen Aortenklappenstenose (AVS) und der peripheren Arterienerkrankung (PAD). Derzeit habe der Gefässverkalkungshemmer die Zulassung für die Phase-I-Studie erhalten. Im Erfolgsfall sei geplant, 2023 zwei Phase-II-Programme zu starten.

Mit der Verabreichung von INS-3001 können Patienten laut Mitteilung mit früheren Stadien der Gefässverkalkung optimal behandelt werden, während Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium von dem dreimal wöchentlichen Verabreichungsschema von SNF472 profitieren werden.

Vorreiterrolle bei Gefässverkalkung

«Diese Akquisitionen passen perfekt in unsere wachsende Nephrologie-Pipeline», wird Vifor-CEO Abbas Hussain in der Mitteilung zitiert. Vifor Pharma werde im Bereich der Gefässverkalkung eine Vorreiterrolle einnehmen.

Der Abschluss beider Transaktionen hänge von den üblichen Abschlussbedingungen ab, darunter für die Sanifit-Transaktion ein potenzielles Verfahren für ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Spanien und eine Fusionsanmeldung in den Vereinigten Staaten. Der Abschluss der Sanifit-Transaktion wird laut Vifor für das erste Quartal 2022 erwartet, während die Inositec-Transaktion noch im vierten Quartal 2021 abgeschlossen werden könnte.

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