Unternehmen / Konsum

Vögele bleibt im Käfig gefangen

Charles Vögele versucht den Turnaround hinzukriegen. Nun legen sich auch noch äussere Umstände wie Konjunktur und Wetter quer. Die Ergebnisse im ersten Semester werden kaum positiv überraschen.

Seit Jahren siecht Vögele dahin. Der Modekonzern vertröstet die Aktionäre immer wieder auf  später. Erst 2014 will Charles Vögele wieder Gewinn schreiben. Letztes Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von 119,1 Mio. Fr. Dieses Jahr steht unter dem Motto «Stop the bleeding». Das primäre Ziel ist es, kein Cash mehr zu verbrennen. Doch nun machte auch noch das Wetter im Frühsommer einen Strich durch die Rechnung. Der Ausverkauf ging früh über die Bühne. Die Preise purzelten. Zudem war das Konsumklima in den Absatzländern wie Osteuropa, Deutschland und Niederlanden für Vögele alles andere als beflügelnd. Und im Heimmarkt Schweiz kämpft das Unternehmen gegen einen Bekleidungsmarkt, der viel zu viel Ware los werden will.

Dass der Modekonzern das Steuer herumreissen will, hat er bewiesen. Im Frühjahr wurde praktisch der gesamte Verwaltungsrat ausgetauscht mit Ausnahme des Verwaltungsratspräsidenten Hans Ziegler, bekannt als Sanierer. Letzten Herbst wurde der wirblige CEO André Maeder abgesetzt und durch Frank Beeck, einem ehemaligen Mangomann ersetzt, der aber von Maeder zu Charles Vögele geholt wurde. Von den teuren  Glamourikonen Penélope Cruz und ihrer Schwester Monica hat sich das Unternehmen verabschiedet und fährt wieder einen biederen Modekurs mit seiner Dachmarke. Seit einigen Wochen ziehen die stark gebeutelten Aktien an.

Doch die eingeleiteten Massnahmen genügen nicht sich in der stark umkämpften europäischen Modelandschaft zu behaupten. Mit Sparprogramm und einer Optmierung des Cashflows kann das Unternehmen nicht gesunden. Ob und wie gut das Bluten von Vögele aufhört, wird sich am Dienstag bei den Ergebnissen zum ersten Semester zeigen. Doch alles deutet darauf hin, dass sich Vögele wieder nicht aus seinem Käfig befreien kann.