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Vom Inflations- zum Produktivitätsproblem

Andreas Neinhaus

Es gibt zwei Seiten, um die Inflation abzuschätzen. Die eine ist die offensichtliche: Die Preise steigen. Die andere ist das Spiegelbild dazu: der Verlust an Kaufkraft. Ökonomisch ist sie die relevantere Interpretation, denn sie zeigt, wie viel Geld einer Familie tatsächlich übrigbleibt, um die teurer gewordenen laufenden Ausgaben zu meistern. Reicht es noch, um sich zusätzliche Anschaffungen, deren Preise ebenfalls gestiegen sind, zu leisten?

Auf den ersten Blick ist das banal. Aber tatsächlich macht es einen Unterschied, worauf man achtet. Zentralbanken schauen fast nur auf den ersten Effekt: Ihr Mandat schreibt ihnen ein Preisziel vor. Je nachdem, ob die tatsächliche Inflation den Zielwert über- oder unterschreitet, erhöhen oder senken sie die Zinsen.

Kaufkraftverluste sind das hartnäckigere Problem

Aktuell betonen sie daher in ihrer Analyse, dass der Inflationsschub bald nachlassen wird. Das geschieht, sobald die Basiseffekte vom vergangenen Jahr Wirkung zeigen. Das dürfte ab Mai oder Juni eintreten. Denn 2021 begannen in diesen Monaten die Preise anzuziehen.

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