Zum Auftakt der Veranstaltung gab Teodoro Cocca spannende Einblicke in die Grundlagen der Psychologie, wobei die Verfassung der Finanzmärkte zwischen Euphorie und Depression schwanken könne. Aktuell neigten die Investoren zur Zuversicht, selbst wenn die mediale Stimmung miserabel sei. Die Märkte liefen jedoch Gefahr, eine Phase manischer Depression zu erleben.

Das Kontrastprogramm dazu bildeten die Einblicke des Charttechnikers Roland Vogt von Invest.ch, der seine Szenarien strikt auf geometrischen Mustern abstützt. Die Analyse anhand der Koch-Kurve erlaubt optimales Markttiming.

Die Diskussionsrunde über potenzielle Renditeperlen des Jahres 2022 brachte durchaus konträre Ansichten auf die Bühne, wobei die Grundstimmung der ­Finanzprofis als verhalten optimistisch beschrieben werden kann. Fünf Anlage­experten stellten ihre Ideen für das ­kommende Jahr vor. Die Tipps rangierten vom unterbewerteten chinesischen Aktienmarkt über Small und Mid Caps, Schweizer Aktien als sicherer und viel­versprechender Hafen, erneuerbare Energien bis zur Anlage in Gold als sinnvolle Beimischung im Portfolio.

Einen mitreissenden Vortrag legte Dan Kemp, Chief Investment Officer von Morningstar, hin. Nicht zuletzt eine klare Checkliste sei das A und O für jedes Investment.

Konkret wurde es beim Stock Picking. Stefanie Scholtysik von Mirabaud empfahl Stadler und BKW, Jolanda Stadelmann von zCapital machte Chancen in Sonova und Zug Estates aus, während Marc Possa von der VV Vermögensverwaltung auf Bobst und Gurit schwor.

Im Panel zu Digital Assets herrschte der Konsens, dass Kryptowährungen in jedes Portfolio gehören. In der heiss geführten Diskussion tauschten sich Thomas Ankenbrand (Hochschule Luzern), Guido Bühler (Seba Bank), Daniel Diemers (Ficas), Mathias Imbach (Sygnum Bank) und Markus Perdrizat (Bitcoin Suisse) aus.

Den Abschluss machte Starstratege Russell Napier. Er zeigte auf, wie schwierig die Zukunft wegen der sogenannten ­Financial Repression an den Märkten ­werden dürfte. Bonds würde er derzeit überhaupt nicht kaufen, und auch für die Aktienmärkte prognostiziert er eher schwere Zeiten. In Segmenten wie Value und dort vor allem in den klassischen ­Industriewerten sieht er jedoch durchaus Chancen.