Unternehmen / Finanz

Vontobel fasst im Private Banking wieder Tritt

Analyse | Die Bank zieht in der privaten Vermögensverwaltung nach einer Durststrecke wieder deutlich mehr Gelder an. Der Vorsteuergewinn liegt über dem Vorjahr.

Vontobel überrascht. Die Privatbank ist in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stärker gewachsen als erwartet. Ende September umfassten die betreuten Kundenvermögen 230 Mrd. Fr. – und damit 1,7% mehr als Ende 2019. Grund ist der hohe Nettoneugeldzufluss in den ersten neun Monaten. Wie Vontobel am Mittwoch mitteilte, lag er bei 12,9 Mrd. Fr., was annualisiert einem Wachstum von 9% entspricht. Im Asset Management, dem Wachstumsmotor von Vontobel, lag die Quote annualisiert gar bei 10%.

Dass das Asset Management brummt, ist nicht neu. Der Sparte flossen in den vergangenen Quartalen überproportional hohe Gelder zu. Schon im vergangenen Jahr verzeichnete das Geschäft mit Institutionellen ein Nettoneugeldwachstum von 10,7%. Auch das Wachstum von 6% im Geschäft mit externen Asset-Managern überrascht nicht. Erstaunlich ist, wie gut sich die private Vermögensverwaltung entwickelt hat. Sie galt zuletzt als Sorgenkind von Vontobel. Das erhoffte Wachstum durch die Übernahme von Notenstein La Roche vor zweieinhalb Jahren entpuppte sich als Trugschluss. Mittelabflüsse und eine komplexe Integration bremsten das Geschäft und liessen die Vermögensverwaltung hinter den Erwartungen liegen. Und nun das: Nach einer annualisierten Wachstumsrate von dünnen 1% zur Jahresmitte sprach Vontobel am Mittwoch plötzlich von «über 6%» für 2020, was sogar über dem Zielhorizont von 4 bis 6% liegt. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?