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Schweizer Börse hält vor US-Zinsentscheid den Atem an

Der Leitindex SMI und der marktbreite SPI haben am Mittwoch gegenüber dem Vortag kaum verändert geschlossen.

(AWP/RB) An der Schweizer Börse bewegten sich die Kurse am Mittwoch insgesamt auf Vortagesniveau. Sowohl das Blue-Chip-Barometer SMI (SMI 10068.03 0.01%), als auch der breite Marktindex SPI (SXGE 12498.53 0.08%) (ohne die grossen Unternehmen) bewegten sich nur marginal.

Im SMI wiesen am Ende immerhin zwölf der zwanzig Titel ein positives Vorzeichen auf. Die Trennlinie verlief zwischen Swiss Re (SREN 70.2 -0.23%) und Swatch Group (UHR 192.25 -0.49%). Waren zum Börsenstart die Finanzwerte am gefragtesten, so hat sich noch vor 11 Uhr das Bild gewendet. Alcon (ALC 56.26 1.37%) fanden sich zu Beginn noch am Ende des Tableaus, am Nachmittag waren die Titel mit Roche (ROG 314.2 -0.27%), Geberit (GEBN 516 0.12%), SGS (SGSN 2397 0.29%) und Swisscom (SCMN 481.8 0.42%) oben.

Umgekehrt schliessen die zunächst führenden Banken UBS (UBSG 11.01 -0.63%) und Credit Suisse (CSGN 9.946 -0.79%) im roten Bereich. Die Versicherer Swiss Re und Zurich konnten die Verluste zum Schluss hin eingrenzen. Adecco (ADEN 45.04 0.51%), Novartis (NOVN 75.5 -0.67%) und Lonza (LONN 571 0.56%) verlieren deutlicher.

Warten vor US-Zinsentscheid

Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend habe es keine grösseren Aktivitäten gegeben, heisst es am Markt.

Die Wall Street eröffnete im Vorfeld des Entscheids freundlich. Zuvor hatte der Streit zwischen den Republikanern und Demokraten im US-Kongress über das neue Hilfspaket zur Bekämpfung der Corona-Folgen für Verstimmung gesorgt. Zudem hatte sich die Stimmung der US-Konsumenten noch schlechter als befürchtet entwickelt. Angesichts der nach wie vor hohen Zahlen von mit dem Coronavirus Infizierten und einer Reihe von Quartalsberichten grosser Konzerne im späteren Tagesverlauf würden die Anleger die Risiken wohl gering halten, heisst es weiter.

Es sei schwierig abzuschätzen, wie der Markt sich entwickeln werde. «Derzeit sehen wir eine Reaktion nach dem Motto ‘sell the fact’», sagt ein Händler. Egal, ob die Zahlen gut oder schlecht seien, werde tendenziell eher auf den Verkaufsknopf gedrückt. «Was man hat, das hat man, falls die zweite Corona-Welle kommt», sagt ein anderer.

Zahlen von AMS und Inficon, Enttäuschung bei Roche

Im Fokus der Schweizer Anleger standen am Mittwoch die Aktien von AMS (AMS 16.865 -1.49%), bei denen einer festeren Eröffnung ein massiver Absturz folgte. Von diesem haben sie sich nicht richtig erholt. Das Quartalsergebnis wird als grundsätzlich gut bezeichnet. Händler monieren aber den zurückhaltenden Ausblick. Dieser wird von Fachleuten als konservativ bezeichnet.

Am oberen Ende der Kurstafel bei den mittelgrossen Unternehmen standen die Aktien Sonova (SOON 210 2.04%) und Bucher (BUCN 316.2 1.28%). Dufry (DUFN 24.12 -1.35%), VAT Group (VACN 176.9 0.23%), Temenos (TEMN 138.65 0.47%) und Julius Bär (BAER 40.54 -0.88%) leisteten AMS am unteren Ende Gesellschaft.

Die Genussscheine von Roche wiederum haben nach anfänglicher Schwäche in die Gewinnzone gedreht. Zunächst hatte eine Mitteilung des Pharmariesen, wonach er in einer Phase-III-Studie mit dem Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) gegen das Coronavirus das Ziel, den Zustand der Patienten zu verbessern, nicht erreicht hat, für Enttäuschung und fallende Kurse gesorgt. Im Tagesverlauf ist das Vertrauen der Anleger aber wieder zurückgekehrt.

Gold bei mehr als 1950$ pro Unze

Der Euro legte am Mittwoch leicht auf 1.077 Fr. zu. Der Dollar zeigt sich weiterhin schwach. Er wurde zu Kursen unter 0.92 Fr. gehandelt.

Gold (Gold 2035.35 -1.36%) und Silber (Silber 28.325 -2.07%) verzeichneten minime Abgaben. Eine Unze Gold hielt sich aber über 1950 $, für eine Unze Silber musste man etwas mehr als 24 $ in die Hand nehmen. Erdöl der Sorten Brent (Brent 44.64 -1.11%) und WTI (WTI 41.17 -2%) notiert leicht höher.

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