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Auch der Freitag endet im Minus

Nach dem Ausverkauf vom Vortag geht der Leitindex mit weiteren Verlusten ins Wochenende. Gefragt waren vor allem die Grossbanken und Swiss Re.

(AWP)  Nach kurzem Zögern am fühen Morgen schien sich die Schweizer Börse am Freitag die meiste Zeit über leicht von den Vortagesverlusten zu erholen. Um 16 Uhr drehte der Leitindex SMI (SMI 10068.03 0.01%) aber wieder ins Minus. Alle drei Indexschwergewichte Nestlé (NESN 107.68 0.26%), Roche (ROG 314.2 -0.27%) und Novartis (NOVN 75.5 -0.67%), waren nun am unteren Ende des Tableaus zu finden.

Credit Suisse (CSGN 9.946 -0.79%) führten die zwanzig im SMI versammelten Blue-Chips mit Abstand an. Die Bank hatte am Vortag mit ihren Halbjahreszahlen die Erwartungen deutlich übertroffen und konnte von mehreren Heraufstufungen profitieren. Morgan Stanley (MS 50.35 1.82%) bestätigt das Rating «Overweight» und erhöht das Kursziel auf 13 Fr., JPMorgan auf 12 Fr. («Neutral») und RBC auf 10.80 Fr. («Sector Perform»). Die DZ Bank hatte am Vortag das Rating erhöht und neu eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Neben CS waren auch die Aktien der UBS (UBSG 11.01 -0.63%) gefragt.

Auch Swiss Re (SREN 70.2 -0.23%) liefen gut. Sie hat im Halbjahr wie bereits angekündigt einen Milliarden-Verlust verbucht. Die Zahlen zeigen aber, dass der Rückversicherer ohne den Corona-Effekt auf Kurs ist. Der Pharmazulieferer Lonza (LONN 571 0.56%) hat in den USA die Zulassung für verschiedene Desinfektionsmittel erhalten, die gezielt gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingesetzt werden können. Händler sahen dies als eine gute Nachricht.

Gewinnmitnahmen verzeichneten hingegen Nestlé. Sie bildeten den ganzen Tag lang das Schlusslicht im SMI. Der Nahrungsmittelkonzern hat Tags zuvor ansprechende Zahlen vorgelegt, aber gleichzeitig den Ausblick gesenkt. Ausserdem hat das Kosmetik-Unternehmen L’Oréal, an dem Nestlé eine substanzielle Beteiligung hält, einen Einbruch der Umsatz- und Gewinnzahlen bekannt gegeben.

US-Techkonzerne im Aufwind

Der historische BIP-Einbruch in den USA am Donnerstag war auf einen ähnlich dramatischen Absturz in Deutschland gefolgt. Am Freitag zeigten Zahlen aus der Eurozone, wie sehr die Pandemie der Wirtschaft geschadet hat. Zudem deuteten die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag auf eine Stagnation hin. Öl ins Feuer war vor diesem Hintergrund die Tatsache, dass die Verhandlungen zwischen den beiden politischen Lagern in den USA über ein weiteres Konjunkturpaket nicht weiterkommen.

Für leicht freundliche Vorgaben sorgten dagegen die Zahlen grosser US-Technologiefirmen nach US-Börsenschluss. Am Freitag eröffneten die Tech-Schwergewichte Apple (AAPL 444.45 -2.27%), Amazon (AMZN 3167.46 -1.78%) und Facebook (FB 268.44 1.19%) mit Kurssprüngen. Bei grösseren Energieunternehmen fand jedoch ein Ausverkauf statt. Anfängliche Gewinne der US-Indices erodierten rasch.

Begehrte Schweizer Tech-Titel

Bei den mittelgrossen Unternehmen im SMIM (SMIM 2540.268 0.27%) waren am Ende die Technologie-Aktien Logitech (LOGN 67.54 0.96%) und OC Oerlikon (OERL 8.08 1.32%) zusammen mit Julius Bär (BAER 40.54 -0.88%), Partners Group (PGHN 895.8 0.2%) und Ems-Chemie (EMSN 805 0.44%) die einzigen Gewinner. Abgaben mussten vor allem Clariant (CLN 17.895 0.03%) und BB Biotech (BION 68.6 1.03%) hinnehmen.

Auch im breiten Markt schwangen Technologie-Titel obenaus. Sensirion (SENS 45.35 -0.77%), Meyer Burger (MBTN 0.1439 -2.11%) und Asmallworld (ASWN 1.85 -1.6%) legten zu. Eine Achterbahnfahrt legten LM Group (LMN 20.5 -0.49%) hin. Kräftige Gewinne am Morgen, Abgaben am Nachmittag. Der Online-Reisevermittler hat zwar einen markanten Einbruch hinnehmen müssen, sieht aber Anzeichen einer Erholung.

Einen Sprung von zunächst rund 10% vollführten die Beteilungspapiere von Aryzta (ARYN 0.5965 -1.41%). Der Gewinn schmolz bis am Ende aber ziemlich zusammen. Gemäss einem Bericht von Bloomberg ist der kanadische Lebensmittel- und Bäckereikonzern George Weston an einer Übernahme interessiert.

Dollar zeitweise unter 0.91 Fr.

Nach den gestrigen Abgaben nehmen die Edelmetalle Gold (Gold 2035.35 -1.36%) und Silber (Silber 28.325 -2.07%) ihren Aufwärtstrend wieder auf. Auch Erdöl der Sorten Brent (Brent 44.64 -1.11%) und WTI (WTI 41.17 -2%) legten zunächst leicht zu, gaben die Gewinne aber wieder ab.

Der Dollar bewegte sich am Freitag während der meisten Zeit unter 0.91 Fr., der Euro hielt sich auf Vortagesniveau, fiel gegen Handelsende aber etwas zurück. 1 € wurde für etwas weniger als 1.08 Fr. gehandelt.

 

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