Märkte / Aktien

SMI legt auf den Schluss hin noch zu

Nach den Abgaben am Vortag und einem morgendlichen Taucher unter 10'000 Punkte legt der Leitindex am Ende des Tages bereits wieder zu.

(AWP)  Nach einem Fall von fast 1% unter die Marke von 10’000 Punkten zum Handelsstart haben schon im Laufe des Donnerstagmorgens immer mehr Aktien wieder einen Aufwärtstrend gefunden. Ab 10 Uhr bewegte sich der Leitindex SMI (SMI 10125.84 -0.61%) auf dem Niveau des Vortages. Mit Eröffnung der Wallstreet hat sich das Blue-Chip-Barometer dann abgesetzt.

Die Indices der mittelgrossen Unternehmen SMIM (SMIM 2491.345 -0.13%) und des breiten Marktes ohne SMI-Werte haben aber erneut mehr als ein halbes Prozent abgegeben.

Als einziger SMI-Titel sind Lonza (LONN 512.6 1.06%) von Beginn an vorgerückt. Am Nachmittag wurden sie dann durch die Grossbanken UBS (UBSG 11.04 -0.45%) und Credit Suisse (CSGN 9.852 -0.44%) swie Roche (ROG 328.8 -1.23%), Swiss Life (SLHN 353 0%) und Givaudan (GIVN 3503 -0.85%) von der Spitze verdrängt. Am anderen Ende des Tableaus finden sich der Augenheilspezialist Alcon (ALC 55.62 0.11%), der Uhren- und Schmuckhersteller Richemont (CFR 61.5 -0.16%) sowie der Sanitärtechniker Geberit (GEBN 480.3 -0.97%).

Die Angst vor einer neuen Coronainfektionswelle und Spekulationen über zusätzliche US-Zölle für europäische Waren hatten die Dividendenpapiere bereits am Vortag talwärts geschickt. Es gebe also viele Gründe, im Moment vorsichtig zu sein, erklärten Händler noch zu Beginn des Tages.

Am Nachmittag haben die USA zwar erneut mehr Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung gemeldet als erwartet. Die Industrie meldete aber erste Erholungszeichen. Die anfänglichen Kursverluste an der Wallstreet schmolzen schon in den ersten Stunden dahin. Das dürfte dem SMI Auftrieb gegeben haben.

Ermittlungen gegen AMS-Spitze

Am Nachmittag hat die Nachricht von Ermittlungen gegen die AMS-Spitze für Bewegung gesorgt. Die Finanzmarktaufsicht untersucht, ob der Chiphersteller bei der laufenden Osram-Übernahme zweifelhafte Aktiengeschäfte durchgeführt hat. Die Papiere gerieten stark unter Druck.

Abgesehen davon und von einigen Analystenvoten war die Nachrichtenlage bei den Unternehmen  sehr dünn. Für Partners Group (PGHN 872 0.46%) etwa hat Credit Suisse ihr Kursziel erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Der Vermögensverwalter gilt als Favorit für die Aufnahme in den Leitindex SMI. Die Titel bewegten sich zunächst kaum, wiesen am Nachmittag aber Gewinne auf und beendeten den Tag noch hinter Sunrise (SRCG 84.05 0%) als zweitbester Titel unter den mittelgrossen Unternehmen im SMIM.

Das Telekomunternehmen führte seit dem frühen Morgen die Liste an. Goldman Sachs (GS 197.4 -0.09%) hat die Papiere in einer Branchenstudie von «Neutral» auf «Buy» hochgestuft. Die US-Bank denkt, dass Sunrise dem Mitbewerber Swisscom (SCMN 493.3 -0.58%) künftig Marktanteile abluchsen wird.

Dufry und Bobst verlieren

Dufry (DUFN 28.69 -2.88%), die im Vorbörsenhandel noch angezogen hatten, wiesen hingegen ein negatives Vorzeichen auf. Die Meldung, dass der Lufthansa-Grossaktionär seine Zustimmung zum Rettungspaket für die Swiss-Mutter Lufthansa (LHA 8.954 1.18%) signalisiert hat, stützt die Aktien der Betreiberin von Duty-Free-Läden offenbar kaum.

Auch Bobst (BOBNN 56 -0.53%) büssen ein. Der Hersteller von Verpackungsmaschinen hat eine Gewinnwarnung für das erste Semester herausgegeben. Neu rechnen die Westschweizer mit einem Verlust im Halbjahr.

Metall Zug ex V-Zug

Metall Zug (METN 1370 -1.44%) werden nach Entrichten der Sachdividende V-Zug (VZUG 80.25 1.33%) ein Drittel tiefer gehandelt. Die Aktien V-Zug feiern am Donnerstag ihr Debüt an der SIX. Sie sind mit 72 Fr. gestartet, was deutlich über dem Buchwert liegt.

Meyer Burger (MBTN 0.3098 4.8%) fallen mit Abgaben auf. Nach den Avancen der Vortage kommt es wohl zu Gewinnmitnahmen beim Solartitel.

Euro gibt nach

Am Donnerstag haben die Preise für Erdöl der Sorten Brent (Brent 42.82 0.35%) und WTI (WTI 40.29 -0.27%) ihre anfänglichen Verluste bis am Abend in leichte Gewinne verwandelt. Bei Gold  war es genau umgekehrt. Silber (Silber 18.05 -0.14%) setzte seinen Aufwärtstrend fort.

Der Euro hat zum Franken laufend nachgegeben und ist unter 1.065 Fr. gefallen. Der Dollar legte leicht zu und bewegte sich nur noch knapp unter 0.95 Fr.