Märkte / Rohstoffe

Vorfall im Golf von Oman lässt die Ölpreise steigen

Die Spannungen in der ölreichen arabischen Golfregion bleiben hoch. Das Rohöl verteuert sich weiter.

(AWP) Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem Angriff auf einen norwegischen Öltanker im Golf von Oman stark gestiegen. Zudem wurde ein weiteres Schiff bei einem anderen Zwischenfall beschädigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.5 2.13%) kostete am Abend rund 62 $. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 59.19 2.17%)) stieg auf gut 52 $. Zeitweise waren die Ölpreise noch stärker gestiegen.

Die Spannungen in der ölreichen arabischen Golfregion bleiben hoch. Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf den Öltanker «Front Altair» im Golf von Oman. Der Angriff folgt auf ähnliche Attacken vor wenigen Wochen. Seinerzeit wurde der Iran als Urheber verdächtigt, der dies jedoch bestritt. Zu den angegriffenen Tankern hatten damals auch zwei Schiffe Saudi-Arabiens gehört, dem Erzfeind Irans.

Der Vorfall könnte die Spannungen zwischen den USA und seinen arabischen Verbündeten einerseits sowie Iran andererseits zusätzlich anfachen. «Die USA könnten den Iran oder mit dem Iran verbündete Milizen dafür verantwortlich machen», kommentierte Commerzbank-Fachmann Carsten Fritsch. Die USA befinden sich mit Iran im Streit wegen dessen Atomprogramm. Ein Abkommen zur Eindämmung des Programms hatten die USA vor gut einem Jahr gekündigt und Wirtschaftssanktionen verhängt.

Brisant für den Ölhandel ist der Ort der Angriffe: Der Golf von Oman liegt in der Nähe der Meeresenge von Hormus, der die ölreiche persische Golfregion mit dem offenen Meer verbindet. Über diese Verbindung läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Rohöltransports per Schiff. Iran hat mehrfach gedroht, die Strasse von Hormus zu blockieren. Fachleute rechnen in diesem Fall mit starken Preissteigerungen.

Leser-Kommentare