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Blogs / Fintech

Vorsicht vor dem ICO

Valentin Ade
Nachdem China die Emission digitaler Währungen verboten hat, warnt jetzt auch die britische Finanzmarktaufsicht vor den ICO. In der Schweiz wartet man ab und beobachtet.

China geht gegen Bitcoin und Co. vor. Unter anderem hat die Volksrepublik die Ausgabe digitaler Währungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), verboten. ICO wurden in diesem Jahr zum bevorzugten Instrument der Finanzierung für Blockchain-Start-ups und haben damit den klassischen Wagniskapitalmarkt abgelöst.

Nach Angaben der Webseite CoinDesk wurden 2017 schon mehr als 1,6 Mrd. $ über ICO eingesammelt. Die Webseite Icoalert zählt über hundert laufende und Hunderte geplante ICO.

Neben den chinesischen sind auch andere ausländische Aufsichtsbehörden auf den neuen Finanzierungsboom aufmerksam geworden. So hat die britische Finanzmarktaufsicht (FCA) am Dienstag eine Warnung an die Konsumenten veröffentlicht.

«ICO sind hoch riskante, spekulative Instrumente», schreibt die FCA. Anleger sollten die jeweiligen Start-ups und deren zu finanzierendes Projekt genau unter die Lupe nehmen und sich bewusst sein, dass sie am Ende auch ihre gesamte Investition verlieren könnten.

ICO seien unreguliert, es existiere kein Investorenschutz, der Preis der Kryptowährungen sei hoch volatil, und manche Emittenten hätten schlicht betrügerische Absichten, warnt die FCA. «Wenn Sie den Verdacht haben, bei einem ICO handle es sich um Betrug, informieren Sie die FCA», ruft die Behörde die Öffentlichkeit auf und verweist auf ihr entsprechendes Online-Formular.

Abwarten in der Schweiz

In der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren der Kanton Zug zu einem Hotspot für Start-ups im Bereich Blockchain und Kryptowährungen entwickelt. Hier werden auch Dutzende ICO geplant und durchgeführt. Unter anderem hat hier das bisher grösste ICO stattgefunden.

Hierzulande gibt man sich weniger lautstark als in Grossbritannien oder China. Die Devise lautet «abwarten und beobachten»: «Die Schweizer Behörden verfolgen die aktuellen Entwicklungen des ICO-Marktes mit grosser Aufmerksamkeit», sagt Anne Césard, Sprecherin im Staatssekretariat für internationale Finanzfragen. Ein Bericht dazu sei aber nicht vorgesehen. «Wir haben kein Mandat.»

Auch das Schweizer Pendant zur FCA, die Finanzmarktaufsicht (Finma), «begleitet die Entwicklungen in diesem Bereich eng», sagt Sprecher Vinzenz Mathys. ICO können in verschiedenen Ausprägungen lanciert werden. Wenn die ausgegebenen Coins die Eigenarten eines Finanzinstruments aufweisen, kommen auch die Finanzmarktgesetze zum Zuge. Ansonsten ist der Bereich relativ unreguliert.

Den Initianten von ICO obliegt es laut Finma, allenfalls notwendige Bewilligungen einzuholen. Bestünden Zweifel hinsichtlich einer möglichen Bewilligungspflicht, empfiehlt die Finma, Kontakt mit ihr aufzunehmen.

«Liegt ein Verdacht auf eine nach den Finanzmarktgesetzen unerlaubt vorgenommene Tätigkeit vor, leitet die Finma Abklärungen ein», sagt Mathys. Genauer will man sich aber auch bei der Behörde nicht äussern und verweist auf ihre allgemeinen Hinweise zu Risiken von Finanzanlagen.