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VP Bank rechnet mit vernünftigem Ergebnis

Für CEO Paul Arni bietet die Bank Investoren ein sehr gutes Angebot. Die Strategieperiode wurde um ein Jahr verlängert.

Die VP Bank (VPBN 106 0.95%) sieht sich trotz der Covid-19-Pandemie gut positioniert. Ein «vernünftiges Ergebnis» sollte es in diesem Jahr geben, sagt CEO Paul Arni am Rande der Anlegerkonferenz Investora. Die Bank habe eine sehr stabile finanzielle Grundlage. Arni: «Basierend auf diesem Fundament und mit einer klaren Strategie glaube ich, dass wir für Investoren ein sehr gutes Angebot haben.»

Ihre Strategie hat die drittgrösste Bank in Liechtenstein noch kurz vor dem coronabedingten Lockdown für die nächste Periode neu definiert. An den Zielen hält VP Bank fest. «Geändert hat sich einzig, dass wir ein Jahr länger brauchen werden, um dieses Ziele zu erreichen», sagt Arni.

Statt wie ursprünglich geplant bis 2025, sieht die «Strategie 2026» nun vor, dass bis dann ein Konzerngewinn von 100 Mio. Fr. erwirtschaftet wird. Dazu kommen als weitere Ziele ein Netto-Neugeld-Wachstum von mindestens 4% pro Jahr, ein Kosten-Ertrags-Verhältnis unter 70% sowie eine Kapitalisierung von mehr als 20% beim harten Kernkapital (Tier-1). Die Ausschüttungsquote soll auch weiterhin zwischen 40 und 60% zu liegen kommen.

Diese Ziele vollständig zu erreichen, dürfte in diesem Jahr allerdings schwierig werden. Ein Einmaleffekt machte dem Geldinstitut im ersten Semester zu schaffen. Im März musste VP Bank ein Lombardkredit in ihrem Standort Luxemburg in der Höhe von 20 Mio. Fr. abschreiben. Arni: «Das tat schon weh.» Deswegen ist das Kosten-Ertrags-Verhältnis im ersten Halbjahr auf 87% gestiegen, der Konzerngewinn ist zudem von 35,3 Mio. Fr. im Vorjahr auf 14,4 Mio. Fr. zurückgegangen.

Abgesehen davon sieht Arni das Geldinstitut auf Kurs, wie er in seiner Präsentation betonte. Neben Effizienz und stärkerer Kostendisziplin will VP Bank auch neue Geschäftschancen erschliessen. «Zum Beispiel als Service Provider bei der Tokenisierung von Assets», sagt der Konzernchef. Insbesondere Family Offices seien an der Digitalisierung von Assets interessiert, etwa für die Weitergabe an die nächste Generation. Liechtenstein hat dafür ein eigenes Gesetz erlassen, das VP Bank Chancen eröffnet.

Bei der Tokenisierung von Assets seien allerdings immer noch gewisse Fragen offen, etwa wie sich diese ins Depot einbuchen lassen, so dass die Kunden diese sehen und auch damit handeln können. Daran schliesst sich für Arni die Frage an, ob es überhaupt einen Markt mit ausreichend Liquidität für digitalisierte Assets gibt. «Diese Frage müssen wir als Bank beantworten», sagt der CEO von VP Bank. Dies würden sie aber nicht direkt, sondern gemeinsam mit Partnern anstreben.

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