Mauer? Marokko! Ein ungefähr 2700 km langer Sandwall, gegen drei Meter hoch, vermint, in regelmässigen Abständen mit Maschinengewehrnestern bestückt, besetzt von schätzungsweise gut 100 000 Soldaten. Donald Trump könnte in der Westsahara Anschauungsunterricht geniessen. Als Ende 1975 Spaniens Machthaber Franco starb und sich die Kolonialmacht anschickte, ihre Besitzung Sahara Occidental aufzugeben, annektierte Marokko die nördlichen zwei Drittel, Mauretanien das südliche; 1979 zog Mauretanien ab. Fortan bekämpften sich die marokkanische Armee und die Befreiungsfront Polisario bis zum Waffenstillstand 1991. Seitdem ist der Konflikt eingefroren. Marokko beschränkt sich auf die Herrschaft über rund 70% des Gebiets, den Westen, wo sich Phosphat findet und das Meer fischreich ist; einen Streifen im Osten kontrolliert Polisario. Der explosive Sandwurm hält Marokkaner und Saharauis voneinander fern, die Uno patrouilliert in einer Pufferzone. Im vergangenen Dezember trafen sich Abgeordnete Marokkos, Mauretaniens, Algeriens und der Polisario zu einem diplomatischen Austausch unter Uno-Vermittlung in Genf. Zum Abendessen gab’s Fondue – als Übung in Kooperation. (Bild: Patrick Hertzog/AFP)