Märkte / Aktien

Wallstreet feiert Erholung

Die US-Börsen starten fulminant in die neue Handelswoche. Alle drei Indizes avancieren so stark wie seit Sommer 2015 nicht mehr.

(Reuters) Die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat der Wall Street zu den grössten Tagesgewinnen seit mehr als zweieinhalb Jahren verholfen. Der Leitindex Dow Jones (Dow Jones 25734.97 -0.3%) schloss am Montag 2,8 Prozent höher bei 24.202 Punkten. Der S&P 500 (SP500 3115.86 0.5%) stieg um etwa 2,7% auf 2658 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq notierte sogar knapp 3,3% fester bei 7220 Punkten. Alle drei Indizes legten damit prozentual an einem Tag so sehr zu wie seit dem 26. August 2015 nicht mehr.

Analysten äusserten sich in New York zuversichtlich, dass es wohl vorerst nicht zu einer Eskalation des Handelsstreits kommen dürfte. Es gebe vorsichtige Anzeichen für eine anfängliche Entspannung.

Zu den grössten Gewinnern zählten Aktien von Microsoft (MSFT 204.7 0.58%). Sie verteuerten sich um 7,6%. Grund war wie bei Intel (INTC 58.81 -1.7%) ein positiver Analystenkommentar. Die Intel-Aktie zog um 6,3% an.

Die Papiere des Baustoffherstellers USG schossen um 19% auf 40 $ in die Höhe. Der unterfränkische Gips-Hersteller Knauf hat laut USG-Grossaktionär Berkshire Hathaway (BRK.A 267020 -0.1%) 42 $ je Aktie für das Unternehmen aus Chicago geboten.

Die Aktien der Reise-Softwarefirma Travelport verteuerten sich um 17%, nachdem der Hedgefonds Elliott Management Corp ankündigte, die Firma womöglich ganz zu übernehmen.

Im Fokus stand erneut auch die Facebook-Aktie. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC kündigte wegen des mutmasslich zu laxen Umgangs mit persönlichen Informationen eine Überprüfung der Facebook-Datenschutzregeln an. Im schlimmsten Fall droht eine Milliardenstrafe. Zeitweise kostete das Papier nur noch 149 $ – so wenig wie seit Anfang Juli 2017 nicht mehr. Doch zum Handelsschluss fing es sich und ging 0,4% höher bei 160 $ aus dem Handel.

In Europa verdarb dagegen die Eskalation des Streits zwischen Russland und dem Westen im Sog eines Giftanschlags auf einen russischen Ex-Agenten in Grossbritannien Anlegern die anfängliche Kauflaune. Die USA und EU üben hier den Schulterschluss und weisen etliche russische Diplomaten aus. Der Dax (DAX 12260.57 -0.41%) fiel um 0,8% auf 11.787 Punkte und schloss damit so niedrig wie zuletzt vor gut zwei Jahren. Der EuroStoxx50 verlor gut ein halbes Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,9 Mrd. Aktien den Besitzer. 2248 Werte legten zu, 682 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,3 Mrd. Aktien 2123 im Plus, 854 im Minus und 170 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben leicht nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 7/32 auf 99-04/32. Die Rendite stieg auf 2,8520%. Der 30-jährige Bond gab um 5/32 auf 98-13/32 nach und rentierte mit 3,0819%.