Er war einer der meistgehassten Konzerne der USA. Der Detailhandelsriese Walmart sah sich mit Vorwürfen konfrontiert, die selbst ganze Supermarktregal füllten: unzumutbare Arbeitsbedingungen, Tiefstlöhne, Diskriminierung, Nötigung von Zulieferern, Verstösse gegen Umweltrecht, Missbrauch von Subventionen, Bestechung, Verkauf von Waffen und Munition. Hillary Clinton, Anfang der Neunziger die erste Frau im Verwaltungsrat, lehnte 2005 eine Spende von Walmart für ihren Präsidentschaftswahlkampf wegen «ernster Differenzen» ab.

Heute ist es ruhiger geworden. «In den letzten Jahren hat Walmart erhebliche ­Anstrengungen unternommen, um ihr Image zu verbessern», sagt Christopher Graja, Analyst bei Argus Research. Doug McMillon, CEO seit 2014 und ursprünglich Walmart-Angestellter auf Stunden­basis, löste juristische Altlasten, stiess Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen an, verbesserte die Arbeitsbedingungen und erhöhte die Löhne. In der Pandemie wurde eine halbe Million Menschen neu eingestellt und wurden Sonderzulagen an alle Mitarbeiter gezahlt.

Die reichste Familie der Welt

Noch immer wird Walmart von den klagefreudigen Amerikanern hunderte Male im Jahr angegangen – vor allem wegen vermeintlich fehlerhafter Produkte. Doch das spricht wohl eher für die schwer zu fassende Grösse des Unternehmens. Seit 2013 ist Walmart mit zuletzt über 570 Mrd. $ Umsatz und 2,3 Mio. Ange­stellten das grösste Unternehmen der Welt. In über zehntausend Läden in 24 Ländern verkauft sie fast alles, was man sich vorstellen kann.

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