Unternehmen / Energie

Warren Buffett haucht Solaraktien neues Leben ein

Solartitel starten gegenüber dem Vorjahr mit stattlichen Avancen ins neue Jahr. Allzu viel Optimismus ist in den nächsten Monaten trotzdem nicht angebracht.

Claudia Carl und Dietegen Müller

Zum Jahresbeginn ist für Solaraktien die Sonne aufgegangen. Bis späten Freitagnachmittag glänzten etwa Yingli Green Energy (+21%), Sunpower (SPWR 26.62 +3.62%) (+58%) und SolarWorld (SWVK 0.3790 +6.46%) (+41%) mit stattlichen Avancen gegenüber dem Schlussstand 2012. An der Schweizer Börse zogen die Titel des Thuner Solartechnologieunternehmens Meyer Burger (MBTN 0.5720 -1.80%) 22% auf 8.24 Fr. an.

Anlass für die Rally sind unterschiedliche Faktoren. So hat die US-Investoren­legende Warren Buffett in Kalifornien für 2,5 Mrd. $ ein Solarkraftwerk erworben, das bis 2015 579 Megawatt (MW) Leistung erreichen soll. Schon 2011 hatte sich Buffett an einem Solarpark (550 MW) in Kalifornien beteiligt. Nun wächst die Hoffnung, die Überkapazitäten in der Modulproduktion könnten von der Nachfrage schneller als erwartet absorbiert werden und der ruinöse Preiszerfall bald ein Ende finden. SolarWorld-Chef Frank Asbeck sagte zudem zu Bloomberg, er erwarte die baldige Einführung von EU-Strafzöllen auf chinesische Module. Trotzdem ist allzu viel Optimismus für Solaraktien in den nächsten Monaten nicht angebracht. Der Ausleseprozess in der Branche ist nicht vorbei. Der konservativ prognostizierende Branchenverband Epia erwartet erst für 2016 eine Modulnachfrage von 70 Gigawatt pro Jahr – so viel, wie derzeit die geschätzten globalen Produktionskapazitäten betragen.

Für die kriselnde Meyer Burger ergeben sich zwar keine direkten positiven Auswirkungen durch das Engagement von Warren Buffett. Das Unternehmen wertet es aber als Zeichen, dass Investoren an Energiewende und Solartechnologie glauben. Die Investitionssituation aufseiten der bestehenden Kunden sei immer noch schwierig, sagte ein Sprecher zu «Finanz und Wirtschaft». Sie beginne sich aber leicht zu entspannen, auch aufgrund der Intervention der chinesischen Regierung, die die Solarindustrie und die Anwen­dungen speziell unterstütze. Verhalten zuversichtlich immerhin fällt die Einschätzung Meyer Burgers zu neuen Märkten aus. Potente Investoren stünden zwar bereit, heisst es. «Um Projekte in den angestrebten Grössen zu bearbeiten, benötigt es jedoch Zeit.»