Märkte / Makro

Warten auf den geldpolitischen Nachzügler

Die Bank of Japan könnte Ende Oktober trotz Widerstand aus dem Finanzsektor ihren Negativzins verschärfen.

Martin Fritz, Tokio

Was wurde eigentlich aus den Abenomics, dem wirtschaftspolitischen Markenzeichen der Regierung von Shinzo Abe? Ihr zentrales Kennzeichen ist die enge Koordination der Geld- und Fiskalpolitik, die beide expansiv sein sollten, um die Deflation zu beenden und das Wachstum anzutreiben. Bereits zweimal verstiess die Regierung gegen diesen Pakt, als sie jeweils die Umsatzsteuer anhob und dadurch Konsumnachfrage abschöpfte.

Im April 2014 stieg der Satz von 5 auf 8% und jetzt Anfang Oktober auf 10%. Beim ersten Mal sprang die Bank of Japan bald als Nothelfer ein, weil der Konsum einbrach, und steigerte das Volumen ihrer Wertpapierkäufe deutlich. Und auch bei der jüngsten Erhöhung könnte die Notenbank wieder in Aktion treten. Die Regierung schnürte diesmal zwar ein Bündel von Gegenmassnahmen, aber erste Umsatzzahlen der Supermärkte deuten eine neuerliche Konsumdämpfung an.

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