Märkte / Makro 18:00 - 23.03.2017

Warum die Nationalbank auf Aktien setzt

In den vergangenen zwölf Jahren hat die SNB die Aktienquote ihrer Anlagen von null auf ein Fünftel aufgestockt. Direktoriumsmitglied Andréa Maechler erklärt, warum das so ist.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktiven
In der Bilanz aufgeführte Vermögenswerte eines Unternehmens (verfügbare Mittel, Guthaben, Vorräte, Anlagen, Beteiligungen usw.). Gegenteil: Passiven .
Bilanz
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts .
Devisen
Auf ausländische Währung lautende und im Ausland zahlbare Geldforderungen, insbesondere Bankguthaben, Checks und Wechsel. Allgemein auch ein Sammelbegriff für ausländische Währungen.
Diversifikation
Verteilung der Anlagesumme auf mehrere Anlagekategorien. Innerhalb eines Aktienmarktes führt die Diversifikation dazu, dass man titelspezifische Risiken verringert und bei genügend breiter Diversifikation schliesslich nur noch das systematische Risiko trägt.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Liquidität
1. Fähigkeit eines Unternehmens zur fristgerechten Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Als Liquiditätskennzahlen gebräuchlich sind die Cash Ratio, die in Prozenten ausdrückt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel gedeckt ist, die Quick Ratio, die zeigt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt ist, und die Current Ratio. Letztere setzt alle Aktiven des Umlaufvermögens ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital. 2. Hohe Marktgängigkeit eines Wertpapiers, die auf der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Titel und einer engen Geld-Brief-Spanne gründet.
Risiko
In der Finanzmarkttheorie wird das Risiko einer Anlage an den Ertragsschwankungen gemessen. Risiko und Ertrag stehen theoretisch in einem direkten Zusammenhang: Je höher das eingegangene Risiko ist, desto grösser sollte längerfristig der Ertrag der entsprechenden Anlage ausfallen (vgl. Risikomanagement ).
SNB
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Schweizerische Nationalbank
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Volatilität
Kursschwankungen eines Basiswerts (vgl. historische Volatilität , implizite Volatilität , Vega , Volatilitätsanalyse , Volatilitätsindex ).
Zentralbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .

Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1899 7.9%)) investiert 20% ihrer kontinuierlich steigenden Devisenreserven in Aktien. Damit setzt sie viel stärker auf Dividendenpapiere als andere Zentralbanken.

«Das kann die Nationalbank nur, weil der Franken eine fundamental starke Währung ist», erklärt Andréa Maechler, Mitglied des SNB-Direktoriums, am Donnerstag in Zürich.

Dank der Krisenfestigkeit des Frankens sei die SNB nicht gezwungen, die risikoreichen Anlagen allenfalls zu Tiefstkursen zu verkaufen, um die eigene Währung zu stützen. Das ermögliche es ihr, einen längeren Anlagehorizont zu wählen und auf eine relativ hohe Aktienquote zu setzen.

Für Aktien sprechen Liquidität und Werterhalt

Maechler gibt drei gute Gründe an, warum es sich für die SNB auszahlt, in Aktien zu investieren. Erstens seien sie wegen ihrer hohen Marktliquidität attraktiv. Zweitens zeigten Analysen, dass es mithilfe von Aktien wahrscheinlicher sei, einen realen Werterhalt der Devisenreserven zu erreichen.

Drittens helfe die Beimischung von Aktien, den maximalen Verlust über zwölf Monate zu verringern. Dieses Argument widerspricht zunächst dem Eindruck, dass Aktien das Risiko bei der Bewirtschaftung der SNB-Aktiven erhöhen.

Denn bei Marktturbulenzen verbilligen sich Aktien und andere Risikopapiere typischerweise, während der Franken als traditioneller sicherer Hafen (Safe Haven) am Devisenmarkt an Wert gewinnt. Die SNB verliert also doppelt: auf den Risikopapieren und auf der Fremdwährung.

Maximaler Verlust relevanter als Volatilität

Maechler bestätigt das: Die Volatilität nehme zu, wenn die SNB ihre Aktienquote anhebe. Renditesteigerungen müssten durch höhere Volatilität erkauft werden. Aber Volatilität sei nicht das einzige Risikomass.

Relevanter ist demnach der maximale Zwölfmonatsverlust des Portefeuilles. Der habe sich mit zunehmender Diversifikation der SNB-Anlagen stetig verringert.

Aus Sicht der SNB zeige sich eindeutig, dass die aktuelle Allokation der Devisenreserven aus Risikosicht besser sei als im Jahr 2004. Damals wurde den Schweizer Währungshütern gesetzlich der Weg geebnet, einen Teil der Aktiven in Aktien und Unternehmensanleihen anzulegen.

Maechler betonte, dass die zunehmende Diversifikation sich bewährt habe. Die SNB werde hier nicht innehalten. Auch wenn die Diversifikation mit zunehmender Bilanzgrösse schwieriger werde, überprüfe die SNB das Instrumentarium künftig kontinuierlich, um es weiter zu optimieren.

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