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Warum es mit Bitcoin nicht mehr hochgeht

Analysten von Barclays vergleichen die Ausbreitung von Bitcoin mit einem Virus. Es sieht für Kryptoanlagen demnach nicht gut aus.

Alexander Trentin

Das spekulative Interesse an Bitcoin ist vorbei. Und es kehrt nicht mehr zurück. Zu diesem Schluss kommen Analysten um Joseph Abate von der britischen Bank Barclays (BARC 215.2 -0.49%).

Denn gemäss Umfragen haben in den Industrieländern die meisten Leute bereits von Bitcoin gehört. Trotzdem kommen keine neuen Käufer mehr dazu. Viele der bisherigen Käufer bleiben weg.

Hoher Bekanntheitsgrad

Die Barlcays-Analysten haben verschiedene Umfrageergebnisse untersucht und kommen zum folgenden Resultat:

In Südkorea haben 90% der Leute von Bitcoin gehört. 26% geben an, dass sie einmal gekauft haben. Nur 8% sind Besitzer.
In Japan haben 88% davon gehört. Rund 5% haben mindestens einmal Bitcoin gekauft. 2,7% besitzen sie noch heute.
In Kanada haben 64% davon gehört. Aber nur 2,9% besitzen Bitcoin.
Im Januar 2018  war Bitcoin für 91% der Briten ein Begriff.

Warum heisst das nichts Gutes für Bitcoin?

Eigentlich sieht es nicht schlecht aus. Ein Kursverlust wie jüngst von 20’000 $ auf nun unter 7’000$ ist für Bitcoin nichts Neues. In den vergangenen Jahren sind die Preise mehrmals eingebrochen. Zeitweise lag der Verlust bei 93% vom jeweiligen Höchst. Doch die Erholung kam jeweils schnell.

Aber diesmal sei es anders, sagen die Barclays-Analysten. Denn in diesen früheren Fällen «war die Bekanntheit von Bitcoin relativ gering und das Potenzial für Einsteiger entsprechend hoch».

Bitcoin als Virus

Sie vergleichen die Ausbreitung von Bitcoin mit einem Krankheitsvirus. Nur wenn es viele Menschen gibt, die noch nicht dem Virus ausgesetzt waren, könne es sich auch weiter verbreiten.

Bitcoin aber habe als ein solches Virus keine grosse Zukunft, denn:

  1. in den Industrieländern hatten schon viele mit dem Virus Kontakt.
  2. nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat sich mit dem Virus infiziert (also  Bitcoin gekauft).
  3. das fallende Verhältnis von aktuellen Bitcoinbesitzern zu ehemaligen Besitzern bedeutet, dass sich viele «Patienten» vom Virus erholt haben.

Spekulation treibt Kurs

Deshalb sei die spekulative Phase von Kryptoanlagen vorbei, folgern die Analysten. Und damit kämen wohl die hohen Preise nicht mehr zurück.

Denn Spekulation sei das einzige, was den Bitcoinwert treibe, stellen sie fest.

«Selbst wenn Kryptowährungen einen fundamentalen Wert haben, sind ihre Preise von Blasenformationen betroffen.»

Zufällige Schocks von neuen Käufern und Aussteigern treiben den Preis zuerst nach oben. «Doch wenn es keine neuen Käufer mehr gibt, platzt die Blase, und die Kurse fallen.»

Leser-Kommentare

Andreas Ochsenbein 11.04.2018 - 12:08
Die Argumentation mit den Viren finde ich nicht schlüssig. Gegen 8 Millionen Einwohner der Schweiz haben zum Beispiel von der Credit Suisse gehört. Global dürften es wohl etwa eine Milliarde Menschen sein. Und doch kaufte vergleichsweise kaum jemand in den letzten Jahren ihre Aktien. Viele haben ihre CS-Aktien mit Verlust verkauft und werden so schnell nicht wieder kaufen. Eigentlich haben… Weiterlesen »