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Märkte / Immobilien

Warum es sich nicht immer lohnt, die Hypothek abzuzahlen

Die Streichung des Eigenmietwerts soll an die Kürzung des Zinsabzugs gekoppelt werden. Das lockt zur Rückzahlung, doch sind «Nebenwirkungen» zu bedenken.

Die Besteuerung von Wohneigentum ist ein umstrittenes Thema der Politik. Die Abschaffung des Eigenmietwerts könnte nach mehr als zwanzig Jahren Hickhack Realität werden. Im Gegenzug dürften die Abzüge für Hypothekarzins und Investitionen wegfallen. «Es bietet sich eine historische Chance, eine Steuer wegzuputzen», umreisst Donato Scognamiglio, Chef des Immobilienberatungsunternehmens Iazi, den Kommissionsvorschlag. Doch bis zur Umsetzung wird es auch im besten Fall noch Jahre dauern. Das erschwert es Hausbesitzern, sich zu positionieren.

Der Eigenmietwert ist eine fiktive Grösse, die dem Hauseigentümer als Einkommen angerechnet wird. Was das bedeutet, zeigt folgendes Beispiel. Eine im Kanton Zürich wohnhafte Familie besitzt ein Einfamilienhaus, auf dem eine Hypothek von 800 000 Fr. mit einem Zins von 1,5% lastet. Die Berechnung der Steuerverwaltung ergibt, dass das Haus theoretisch für 2500 Fr. monatlich vermietet werden könnte. Das entspräche einem Eigenmietwert von 30 000 Fr., doch wird dem Besitzer im Kanton Zürich ein Abschlag von 30% auf selbstgenutzten Liegenschaften zugestanden. Die Familie muss damit fiktive Einkünfte von 21 000 Fr. zusätzlich zum Einkommen von 100 000 Fr. versteuern. Wegen der Progression steigt die Steuerrechnung erheblich.

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