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Warum Smartphones für das Wachstum der Schwellenländer unverzichtbar sind

Colm McDonagh, Leiter Schwellenmarktanleihen bei Insight Investment, eine BNY Mellon-Gesellschaft

Die Verbreitung von Smartphones in Schwellenländern hat dem Bildungssektor Auftrieb verliehen, den Nachrichtenfluss beschleunigt, einzelnen Branchen ermöglicht, den Aufbau traditioneller Infrastrukturen nach westlichem Vorbild zu vermeiden, und beeinflusst die Kapitalflüsse. Im Folgenden skizziert Colm McDonagh wie das Telefon die Dynamik von Entwicklungsländern verändert.

Für die Mitglieder des Teams für Schwellenländeranleihen von Insight Investment erwies sich die chinesische App WeChat bei einer jüngsten Dienstreise in die Region als unverzichtbarer Download. Laut dem Leiter des EMD-Teams, Colm McDonagh, bezahlen in den Schwellenländern mehr und mehr Menschen statt mit Bargeld oder Kreditkarten mit ihrem Smartphone. Und dieser Trend beschleunige sich, wobei bis 2019 85% aller elektronischen Zahlungen in China über Mobiltelefone erfolgen sollen.[1]

Gemessen am Ausmass dieses Trends hängt China die meisten westlichen Länder ab. McDonagh stellt in diesem Zusammenhang fest, dass das Gesamtvolumen der elektronischen Transaktionen in China von Januar bis Oktober 2017 12,77 Bio. US-Dollar betrug.[2] Zum Vergleich: Das westliche PayPal-System verbuchte in einem ähnlichen Zeitraum ein Volumen von 451 Mrd. US-Dollar.[3]

Bankfilialen bald überflüssig

«Das hat viele Implikationen, mit deren Analyse wir gerade erst begonnen haben. Diese Disintermediation vollzieht sich aussergewöhnlich schnell. Ich halte Peer-to-Peer-Firmen für recht wichtig. Mittlerweile entstehen keine traditionellen Branchen mehr. Ein Blick auf das eigene Umfeld beweist es: Die weitreichende Umstellung auf die Digitalisierung lässt physische Bankfilialen verschwinden. In vielen Schwellenländern sind Filialen in jeder einzelnen Stadt nicht mehr erforderlich, weil die physische Präsenz nicht mehr den Stellenwert von einst besitzt. Plötzlich lassen sich ganze Branchenstrukturen, die wir in westlichen Ländern errichtet haben, nicht mehr in derselben Weise auf die Schwellenländer übertragen.»

Festnetztelefonie ist überholt

Beispielsweise gilt die in westlichen Volkswirtschaften übliche Festnetztelefonie in den Schwellenländern als überholt. Das ermöglicht mehr Wachstum und besseren Zugang zu Bildung. Zudem ist der Bau physischer Festnetze in vielen Schwellenländern aufgrund potenziell weitläufiger Flächen in schwierigem Gelände übermässig problematisch ist. McDonagh verweist darauf, dass eine seiner ersten Anlagen in die Schwellenländer ein philippinisches Telefonunternehmen mit dem Namen PLDT betraf. «Mit Inseln, Bergen und sogar Vulkanen ist die geografische Beschaffenheit der Philippinen eine Herausforderung. Doch dieses Unternehmen war erfolgreich, weil es Mobilfunkkapazitäten aufgebaut hat», so McDonagh weiter.

«Um ein Telefongespräch zu führen, war in bestimmten Regionen Afrikas über lange Zeit – und das ist kein Witz – eine bis zu 12-stündige Fahrt zum nächsten Festnetztelefon erforderlich. Und selbst dann war die Zuverlässigkeit nicht immer sehr gut. Heute lassen sich in ganz Afrika per Telefon Geschäfte abwickeln – vom Viehhandel bis hin zu Online-Finanzdienstleistungen. Hätte dies auf dem gesamten afrikanischen Kontinent ein umfangreiches Festnetz erfordert, wäre dies nicht möglich gewesen. Dagegen sind Mobilfunkmasten in Afrika schnell aufgestellt – der Bau aufwendiger Infrastrukturen entfällt. Dementsprechend sind diese Geschäftszweige ausserordentlich profitabel. Wir interessieren uns für Unternehmen, die genau das tun.»

Smarphones fördern den Austausch

Darüber hinaus haben Smartphones den Informationsaustausch in den Schwellenländern demokratischer gemacht. So verbessern Online-Kurse den Zugang zu Bildung. Inzwischen bieten Smartphones einen ununterbrochenen Zugang zu Nachrichten – rund um die Uhr. Und das wiederum wirke sich auf Politik und Marktvolatilität aus, macht McDonagh deutlich.

Bedenkt man, dass es nun noch viel einfacher ist, Geld per Smartphone zu übertragen, kann dies auch in eine stärkere Veränderung der Kapitalflüsse münden. Aufgrund der Unmittelbarkeit können Menschen Geld schneller hin- und herbewegen und damit auf besondere Ereignisse reagieren oder bestimmte Einschätzungen von Politik oder Entwicklungen berücksichtigen, bemerkt er.

Auch der viel zitierte Urbanisierungstrend in den Schwellenländern befeuere die Verwendung von Smartphones. «Man stelle sich eine grosse Ansammlung von Menschen und Ideen vor. In der Folge entstehen die unterschiedlichsten Formen von Geschäften und Dienstleistungen über Smartphones. Selbst Menschen in Grossstädten vernetzen sich viel häufiger online als über den persönlichen Kontakt.»

Was bedeutet das für Anleger?

Bleibt die Frage, was all das für Anlagechancen in Schwellenländern bedeutet. Für McDonagh sind die Auswirkungen unterschiedlich und erst im Frühstadium. «Die Anleger beurteilen hierdurch Schwellenländeranlagen anders. Statt bloss darauf zu verweisen, dass man in Staatsanleihen von Schwellenländern investiert, lautet die eigentliche Frage, auf welche Arten dieses Engagement entfällt. Sind beispielsweise A- oder BBB-Schwellenmarkttitel anzuraten? Oder vielleicht eher Titel mit B-Rating oder notleidende Schwellenländeranleihen? Ebenso verändert sich hierdurch die Vermögensaufteilung der Anleger. Die Frage lautet, ob in Lokalwährungs- oder in Hartwährungsanleihen investiert wird.»

«Sehr vieles spricht unseres Erachtens dafür, dass die Anleger künftig etwas flexibler und zeitnäher agieren müssen, zumal eine langfristige strukturelle Einschätzung nicht mehr automatisch sinnvoll ist. Im Grunde glaube ich, dass damit das Ende des Beta gekommen ist – wenngleich es irgendwann zurückkommen dürfte.»

«Die gesamte Finanzarchitektur verändert sich direkt vor unseren Augen. Daher sollten Anleger meines Erachtens wesentlich selektiver sein und bisweilen etwas stärker auf kurze Sicht denken (d.h. mit Blick auf zwei bis drei Monate, nicht auf Tagesbasis). Ich als Fondsmanager halte dies für eine absolut faszinierende Umbruchphase, in der sich Schwellenländeranlagen auszahlen.»

[1] Quelle: PayPal, WeChat, Insight Investment per März 2018.

[2] Quelle: Asia Times per Februar 2018.

[3] Quelle: PayPal, WeChat, Insight Investment per März 2018.

 

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