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Was Analysten zum Abgang von ABB-CEO Spiesshofer sagen

Beim Industriekonzern kommt es zu einem Führungswechsel. Die Aktien reagieren positiv.

Ulrich Spiesshofer, CEO des Industriekonzerns ABB (ABBN 19.55 0.93%), tritt von seinem Amt zurück. Spiesshofer führte ABB seit 2013 und war die vergangenen 14 Jahre für den Industriekonzern tätig. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Verwaltungsratspräsident Peter Voser. Als Finanzchef hatte Voser ABB 2002 bis 2003 unter anderem durch die Asbest-Krise geführt. Das sagen Analysten zum überraschenden Abgang des ABB-Chefs:

Die Helvetische Bank vermutet, dass Verwaltungsratspräsident Peter Voser nicht mehr hinter CEO Spiesshofer stehen konnte. Sie schätzt, dass Spiesshofer vor allem bei den grossen Investoren Artisan Partners, Blackrock, Cevian Capital und Investor AB das Vertrauen verloren hat. Der heute vermeldete Abgang des CEO und das Ergebnis zum ersten Quartal veranlassen die Analysten der Helvetischen Bank, ABB in ihr Schweizer Portfolio aufzunehmen.

Morgan Stanley (MS 42.99 0.77%) vertritt die Ansicht, dass positive Aspekte unter Spiesshofer nicht genügend im Aktienkurs reflektiert sind. Obwohl sie Peter Voser als Interimsmanager ein gutes Zeugnis ausstellen, sind sie gleichwohl enttäuscht darüber, dass keine nahtlose Übergabe stattgefunden hat.

Die Analysten der Bank Vontobel (VONN 54.15 0.93%) sind vom plötzlichen Abgang des CEO überrascht. Sie sind aber überzeugt, dass Peter Voser als Übergangslösung die nötigen Voraussetzungen mitbringt, um die strategischen Ziele von ABB weiter zu verfolgen. Dazu gehören für die Vontobel-Analysten die Vereinfachung der Organisationsstruktur und weitere Kostensenkungen.

Für die Analysten der Zürcher Kantonalbank kommt der Abgang von CEO Spiesshofer vor allem deshalb überraschend, weil ABB betont, die Transformation wie geplant weiterführen zu wollen.

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