Unternehmen / Schweiz

Was das neue Aktienrecht Anlegern bringen wird

Die Pandemie hat die Rechte der Kleinaktionäre geschwächt. Das neue Aktienrecht will das korrigieren. Es wird aber dauern.

Das Schweizer Obligationenrecht schreibt vor, dass alle Anteilhaber gleich zu behandeln sind. Falls ein Aktionär Einsicht in Geschäftsinformationen erhält, müssen auch die anderen Aktionäre Einsicht erhalten. Dass manche Investoren trotzdem Vorzüge geniessen, ist aber kein Geheimnis. Stimmgewichtige Aktionäre erhalten oftmals Eins-zu-eins-Treffen mit dem Management. Investmentbanken und Investoren, die oftmals hohe Beteiligungen an den Unternehmen halten, bekommen privilegierten Zugang zu Analysten- und Investorenkonferenzen. 

Von denen sind Kleinanleger nicht per se ausgeschlossen, es existieren jedoch oft Zugangsschwellen. «Der Analysten-Call ist ausschliesslich Analysten vorbehalten», hiess es zum Beispiel vom Softwarehersteller Crealogix auf Anfrage von FuW anlässlich des Halbjahresberichts Mitte März. Man verwies auf eine Aufzeichnung, die am nächsten Tag aufgeschaltet werden würde. Dass daraus die Fragerunde von Investoren und Analysten entfernt wurde, wurde nicht erwähnt. Dass es im Vorfeld die Möglichkeit gab, sich auch als Kleinanleger zu registrieren, um die Einwahldaten zu erhalten, wird, wie bei vielen Unternehmen, nicht unbedingt klar ersichtlich kommuniziert.

«Als Aktionär hat man wenig Rechte», gibt Dominique Anderes von der auf Aktienrecht spezialisierten Kanzlei Bruppacher Anderes zu bedenken. «In erster Linie gibt es nur das Auskunftsrecht bei der Generalversammlung selbst.» Aber auch dort hielten sich die Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren bedeckt und wiesen die Schuld oftmals der Pandemie zu. Mit Kalkül.

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