Die maximalen Gewinnsteuersätze in den Schweizer Kantonen sind insgesamt wettbewerbsfähig im Vergleich mit denjenigen in den EU-Staaten. Hauptkonkurrent in dieser Hinsicht ist für die Kantone Irland, mit 12,5% geringfügig teurer als der Schweizer Spitzenreiter Luzern. Vor allem Kantone der Zentral- und der Ostschweiz sowie, nach Reformen, die bedeutenden Wirtschaftsstandorte Basel-Stadt und Waadt bieten attraktive maximale Steuersätze von unter 18% an. Das Vereinigte Königreich, in absehbarer Zukunft ausserhalb der EU, hält mit 19% einigermassen mit – könnten günstigere Sätze eine Post-Brexit-Strategie sein? Die vier grössten Volkswirtschaften der Eurozone erheben alle höhere Unternehmensgewinnsteuern als die Schweizer Kantone; nur Genf (wo eine Senkung auf 13,99% bevorsteht; Freiburg wird auf 13,72% senken) ist minimal ungünstiger als Italien (24%); Spanien (25%), Deutschland (30%) und Frankreich (31%) sind steuerlich unattraktiv. Deutschland wird gemessen an der Unternehmensbesteuerung bald die teuerste sein. Auch der wirtschaftlich grösste Kanton, Zürich, ist mit 21,15% im schweizerischen und im europäischen Vergleich nicht besonders verlockend. In Bern, dem Kanton mit dem zweitgrössten Bruttoinlandprodukt, wurde im vergangenen November eine Senkung auf 18,71% und damit eine Annäherung ans Schweizer Mittel von 17,74% (2017) vom Volk abgelehnt.