Märkte / Immobilien

Was der Zinsanstieg mit den Hauspreisen macht

Steigende Hypozinsen sorgen in der Theorie für Preisdruck am Immobilienmarkt. Doch empirische Untersuchungen sorgen für Zweifel.

Andreas Fuster

Das Wachstum der Immobilienpreise hat sich in den vergangenen Jahren beschleunigt. Vor allem während der Covid-19-Pandemie. So stiegen die Preise in den USA in den Jahren 2020 und 2021 gemäss S&P/Case-Shiller-Index insgesamt 31%, während sie in der Schweiz im gleichen Zeitraum je nach verwendetem Index 9 bis 14% zunahmen. Die Frage stellt sich, ob mit weiterem Preiswachstum zu rechnen ist – oder ob eine Verlangsamung oder gar eine Umkehr zu erwarten ist.

Unsicherheit schafft die Tatsache, dass die langfristigen Zinsen, die während der Pandemie einen historischen Tiefstand erreicht hatten, zu steigen beginnen. In der Schweiz erreichten die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Hypotheken gemäss einem bekannten Internet-Vergleichsdienstportal Ende März 1,83%, verglichen mit 1,05% sechs Monate zuvor – ein relativer Anstieg um fast 75%. Zum Vergleich: In den USA ­stiegen die Hypothekenzinsen im gleichen Zeitraum von 3,0 auf 4,7% (für dreissigjährige Hypotheken).

Gegensätzliche Erkenntnisse

Welche Auswirkungen hat die Entwicklung der Zinsen für die Marktpreisentwicklung von Wohnimmobilien? Wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet liefern zwei Arten von Antworten – eine theoretische und eine empirische. Theoretischen Standardmodellen zufolge sollten die Immobilienpreise sehr empfindlich auf Änderungen der Zinsen reagieren – vor allem, wenn diese Änderungen aus einem niedrigen Zinsniveau heraus geschehen, wie derzeit zu beobachten ist. In solchen Modellen könnte ein Anstieg der Zinsen um einen Prozentpunkt zu einem Preisrückgang von 25% oder mehr führen, was das Potenzial für eine deutliche Umkehrung der jüngsten Preisdynamik nahelegen würde.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare