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Ein Artikel aus dem Dossier Ausblick 2018
Märkte / Makro

Was die Börsen 2018 bewegen wird

«Finanz und Wirtschaft» zeigt die wichtigsten Ereignisse, die dieses Jahr an den Finanzmärkten für Volatilität sorgen könnten.
Gabriella Hunter

Das neue Jahr beginnt ähnlich, wie das alte geendet hat: Die US-Notenbank fällt am 31. Januar den nächsten Zinsentscheid. Sie wird den Leitzins wahrscheinlich auf dem jetzigen Niveau von 1,25 bis 1,5% belassen.

Aber die langsame Straffung der US-Geldpolitik dürfte 2018 zu den wichtigsten Themen am Aktienmarkt gehören. Die Markterwartung liegt derzeit bei drei Zinserhöhungen an den sechs Sitzungen des Fed. Daran wird auch das Ende der Amtszeit von Fed-Chefin Janet Yellen am 3. Februar nichts ändern.

Die Europäische Zentralbank dürfte den Leitzins unverändert tief halten. Sie will jedoch die Wertpapierkäufe langsam zurückfahren. Einige Analysten gehen davon aus, dass sie das Programm im letzten Quartal beenden wird. Das erste Treffen findet am 25. Januar statt.

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Das neue Jahr beginnt ähnlich, wie das alte geendet hat: Die US-Notenbank fällt am 31. Januar den nächsten Zinsentscheid. Sie wird den Leitzins wahrscheinlich auf dem jetzigen Niveau von 1,25 bis 1,5% belassen.

Aber die langsame Straffung der US-Geldpolitik dürfte 2018 zu den wichtigsten Themen am Aktienmarkt gehören. Die Markterwartung liegt derzeit bei drei Zinserhöhungen an den sechs Sitzungen des Fed. Daran wird auch das Ende der Amtszeit von Fed-Chefin Janet Yellen am 3. Februar nichts ändern.

Die Europäische Zentralbank dürfte den Leitzins unverändert tief halten. Sie will jedoch die Wertpapierkäufe langsam zurückfahren. Einige Analysten gehen davon aus, dass sie das Programm im letzten Quartal beenden wird. Das erste Treffen findet am 25. Januar statt.

Auch die Bank of Japan (BoJ) sowie die Schweizerische Nationalbank bleiben expansiv. Dafür spricht auch, dass BoJ-Chef Haruhiko Kuroda eine reelle Chance hat, nach dem 8. April eine zweite Amtszeit anhängen zu können. «Insgesamt ist ein Zinsschock an den Börsen unwahrscheinlich, aber die restriktivere Geldpolitik insbesondere in den USA könnte für mehr Volatilität sorgen», schreibt Credit Suisse.

Weichenstellung in Europa

Auch 2018 wird in Europa gewählt. Am 4. März befinden die Italiener über die Zusammensetzung ihres Parlaments. Die Partei des ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi, Forza Italia, dürfte dabei das Zünglein an der Waage spielen. Sie ist gemäss dem jüngsten Wahlbarometer die drittstärkste Kraft hinter der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) und dem sozialdemokratischen Partito Democratico und könnte so bei der Koalitionsbildung mitreden. Eine gemeinsame Regierung mit der M5S würde die kritischen Stimmen gegenüber der Europäischen Union (EU) verstärken.

Keine Überraschung dürfte es bei der Präsidentschaftswahl in Russland am 18. März geben. Für die Finanzmärkte entscheidend wird sein, wie der alte und neue Präsident, Wladimir Putin, danach seine Macht konsolidiert.

In Grossbritannien hat die Regierung bis Ende Oktober Zeit, sich in den Brexit-Verhandlungen mit der EU zu einigen. Die Umsetzung des Austrittentscheids könnte Folgen für viele britische und auch ausländische Unternehmen haben. «Die Verhandlungen haben angesichts der nationalistischen Bewegungen auch symbolischen Charakter für die Zukunft Europas», schreibt das auf Risiken spezialisierte Beratungsunternehmen Control Risks.

In den USA werden ebenfalls politische Weichen gestellt. Bei den Kongresswahlen am 6. November müssen die Republikaner ihre Mehrheit in den zwei Parlamentskammern verteidigen. Im Senat dürfte die Partei von Präsident Donald Trump einen Vorteil haben. Sie hält derzeit nur in acht der 33 Staaten, in denen gewählt wird, einen Sitz. Für das Repräsentantenhaus agieren die Demokraten weniger aus der Defensive und liegen gemäss Umfragen vorne.

Folgen für globalen Handel

Der Ausgang der Wahlen und die anstehenden Neuverhandlungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens werden die Richtung der US-Aussenhandelspolitik beeinflussen. Sollten die USA wie von Trump beabsichtigt tatsächlich protektionistischer werden, hätte das Konsequenzen für den globalen Handel.

Die USA unter Trump dürften auch das geopolitische Geschehen beeinflussen. Control Risks hält eine Eskalation im Konflikt mit Nordkorea zwar für unwahrscheinlich. Das Risiko von Fehleinschätzungen und einem ungewollten Zwischenfall sei aber so hoch wie noch nie, seit Kim Jong-un an der Macht ist. Die geopolitischen Risiken werden wohl am Treffen der G-7-Staaten am 8. und 9. Juni in Quebec ein Thema sein.

Spannungen werden ausserdem im Nahen Osten erwartet. Die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und dem Iran steigert die Unsicherheit. Das wirkt sich auf den Ölmarkt aus. So liess der jüngste Höhepunkt des Konflikts – der Rücktritt des libanesischen Regierungschefs Saad al-Hariri Anfang November – die Notierung markant steigen. Hinweise auf fundamentale Veränderungen am Ölmarkt könnte die Sitzung der erdölexportierenden Länder (Opec) am 22. Juni in Wien liefern.