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Nur eine Rezession würde Profis überraschen

Sandro Rosa
Fondsmanager setzen trotz «exzessiver»Bewertungen auf Aktien. In welchen Sektoren haben sie zugekauft, wo haben sie reduziert? Und droht eine Gefahr für den Aktienmarkt?

Euphorie herrscht zwar keine, doch auch im September setzen die Fondsmanager auf Risiko und ziehen Aktien anderen Anlageklassen vor. Das geht aus der neuesten Umfrage von Bank of America (BAC 26.62 -0.52%) Merrill Lynch (BofAML) hervor. Ein beträchtlicher Anteil der Profis rechnet mit einem anhaltenden «Goldilocks»-Szenario, bei dem das Wirtschaftswachstum über dem langfristigen Trend, die Inflation allerdings unter dem Trend liegt. Ein ideales Umfeld für Unternehmen also.

Kein Wunder, wäre für eine klare Mehrheit der Fondsmanager eine Rezession in den kommenden zwölf Monaten höchst überraschend. Im Gegenzug scheint für viele eine Blasenbildung an den Börsen ein wahrscheinliches Szenario.

Das vermag teilweise zu erklären, weshalb so viele Fondsmanger auf Aktien setzen – trotz «exzessiver» Bewertungen. Der Anteil der Profis, der die Börsen für überteuert hält, ist mit netto über 40% so hoch wie zuletzt während der Internet- und Technologieblase zur Jahrhundertwende.

Dennoch sieht Michael Hartnett, Chefstratege bei BofAML, keine unmittelbare Gefahr für den Aktienmarkt – dafür sei der Bargeldbestand der Fondsmanager noch zu hoch. Aktuell liegt dieser mit 4,8% komfortabel über dem langjährigen Mittelwert von 4,5%. Erst wenn dieser rapide abnehme, sollten sich Anleger in Deckung bringen.

Die unverminderte Risikofreude spiegelt sich in den Positionen, welche die Profis seit August aufgestockt haben. So haben sie in den vergangenen Wochen primär Zykliker und Wachstumswerte – Technologie, zyklische Konsumtitel und Aktien aus Schwellenländern – gesucht. Japanische Valoren sowie Bankwerte haben sie im Monatsvergleich hingegen reduziert.

Dennoch sind Bankwerte im historischen Vergleich nach wie vor äusserst beliebt unter den Profis. Einzig Aktien aus der Eurozone sind noch populärer. Der Höhenflug des Euros, der seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar 14% und relativ zum Franken 6,6% zugelegt hat, ist auch den Experten nicht entgangen. Mittlerweile liegt ihre Positionierung deutlich über der historischen Norm.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die Börsen der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs – sie sind bei den Fondsmanagern in Ungnade gefallen. Aktien von Energieunternehmen haben ebenfalls einen schweren Stand. Michael Hartnett meint denn auch, dass Contrarians auf den Dollar und US-Energieaktien setzen sollten.

Die Frage, welche Marktsegmente unterbewertet seien, hat die Mehrheit mit Volatilität beantwortet. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist der Meinung, es sei lohnenswert, auf einen Anstieg der Kursschwankungen zu spekulieren. Der Volatilitätsindex Vix, der die erwarteten Schwankungen der S&P-500-Aktien abbildet, notiert mit einem Wert von 10,5 deutlich unter dem historischen Durchschnitt von ziemlich genau 20.

Weitere unterbewertete Anlagen – allerdings mit grossem Abstand – seien das britische Pfund, Rohöl und italienische Aktien.

Bei den Sektorfavoriten sticht Technologie hervor. Banken und Pharmatitel gehören ebenfalls zu den beliebtesten Branchen. Defensive Werte, die weniger dem Konjunkturzyklus ausgesetzt sind, wie Versorger, Telecom oder Basiskonsum, werden von den Profis tendenziell untergewichtet.

Beim «Most Crowded Trade», also dem im Markt beliebtesten Anlagethema, ist es im September zu einer Wachablösung gekommen. Waren die Fondsmanager in den vergangenen vier Monaten der Ansicht, Technologieaktien seien am populärsten, sehen sie nun die Kryptowährung Bitcoin vorn. Nach dem Kursfeuerwerk von rund 350% allein seit Jahresbeginn kann man es ihnen nicht verübeln.

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Ein Kommentar zu «Nur eine Rezession würde Profis überraschen»

  • Jean Ackermann sagt: 12.09.2017 – 20:56 Uhr

    Wenns ums Anlegen geht, habe ich über all meine Lehrjahre gelernt, muss man immer die Gesamtsituation anschauen! Im Vergleich zu den Anleihen (Was wird aus Ihnen, ausser dass sie massiv an Wert verlieren werden??) sind die übrigbleibenden Anlageklassen, neben den Immobilien, die Aktien. Supperbillig!!!. Alle Warnungen vor einem Cräsch sind nur Angst, dass das Billiggeld der Anleihen in die Aktienmärkte fliesst.