Was macht eigentlich…

Heinz-Christian Strache, Politiker

Der ehemalige österreichische Vizekanzler HC Strache stolperte 2019 über ein heimlich auf Ibiza gefilmtes Video.

Der Fall war tief. Bis im Mai 2019 sass Heinz-Christian Strache als Vizekanzler für die FPÖ in der österreichischen Regierung. Nach seinem Rücktritt und dem Auseinanderbrechen der Schwarz-Blauen-Regierung kämpft der Rechtsaussen-Politiker heute in den Bezirken und auf Volksfesten der österreichischen Kapitale um seinen Einzug in den Wiener Gemeinderat am 11. Oktober.

Gestolpert ist HC Strache, wie er meist genannt wird, über den Ibiza-Skandal. In einem heimlich aufgenommenen Video ist er zu sehen, wie er mit einer angeblichen russischen Oligarchennichte lukrative Gegengeschäfte diskutiert. Auch heute noch wirkt Strache von den damaligen Ereignissen getrieben. Nach seinem Rücktritt und dem Ausschluss aus der FPÖ habe er erleben müssen, wie mit Manipulationen und Verleumdungskampagnen gegen ihn agiert worden sei, sagt Strache im Gespräch mit der FuW. «Zahlreiche Bürger haben mich dann zur Rückkehr in die Politik aufgefordert», sagt der 51-Jährige. Es brauche jemanden wie ihn. Die Politik in Österreich habe nach dem Ende der Koalition von ÖVP und FPÖ eine bedenkliche Wendung genommen. Zudem könne er sich die persönlichen Verleumdungen nicht gefallen lassen. Im Mai hat er dann mit der Bürgerbewegung «Team HC Strache» eine neue Partei präsentiert. In kürzester Zeit habe er dafür Tausende Mitglieder gewinnen können.

Sorgt der Wechsel von der nationalen zurück in die lokale Politik nicht auch für Frustration? «Im Gegenteil. Wien braucht eine starke, heimatverbundene Opposition, auch gegen den starken Linksruck den vergangenen Jahre.» Mit den Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie habe die Regierung Wirtschaft und Gesellschaft an die Wand gefahren. Strache verspricht Lösungen. Bleibt aber unkonkret auf die Frage, wie er genau Arbeitsplätze in Wien sichern will.

Ob ihm der erfolgreiche Aufbau einer Partei wie bei seiner ehemaligen Heimat, der rechtsnationalen FPÖ, mit der er 2017 in die österreichische Bundesregierung einzog, noch einmal gelingt, ist fraglich. Prominente Unterstützer im «Team HC Strache» fehlen. Der Ausschluss aus der FPÖ im vergangenen Dezember war von Skandalen begleitet. Seine früheren Gefährten werfen ihm vor, Privatausgaben über die Partei abgerechnet zu haben. Der Schaden belaufe sich auf knapp 600 000 €, im schlimmsten Fall muss er mit zehn Jahren Haft rechnen. Er selbst streitet alle Vorwürfe ab. Es sei aber absehbar gewesen, dass es im Wahlkampf zu massiven Verleumdungskampagnen kommt, sagt er.

Wer finanziert denn Ihren aktuellen Wahlkampf? «Wir haben ein Low-Budget», sagt Strache. Mit «Herzblut und Idealismus» würden sie das Defizit gegenüber etablierten Parteien wettmachen. Sein Einzug in das Wiener Parlament ist aber unsicher. Umfragen sehen das «Team HC Strache» zwischen 4 und 6%. Für die Wahl muss die Partei die Fünfprozenthürde überspringen. Hat Strache einen Plan B? Er rechne damit, dass die Partei mit einem Ergebnis im zweistelligen Prozentbereich die Wahl schaffen werde. «Sie können davon ausgehen, dass wir in den Umfragen die geringste Bekennerquote haben», sagt Strache. Viele befürchteten gar Nachteile, wenn sie zugeben, ihn zu wählen. Schuld sind in seinen Augen erneut die anderen: mediale Schmutz- und Verleumdungskampagnen.

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