Was macht eigentlich…

Peter Ulber, ehemaliger CEO und VRP von Panalpina

Peter Ulber (2. von rechts) steht an einer Medienkonferenz Rede und Antwort. Seine Ziele hat er mit Panalpina nicht erreicht.

Die Schweiz ist ihm nicht mehr so wichtig. «Mein Lebensmittelpunkt ist heute Charleston, South Carolina, auch wenn ich sicherlich immer ein World Traveller bleiben werde», sagt Peter Ulber, ehemals Konzernleiter und danach Verwaltungsratspräsident von Panalpina in Basel. «Ich bin weiterhin im Stiftungsrat der Ernst Göhner Stiftung und unterstütze deren Ziele mit voller Überzeugung.» Das verbinde ihn noch mit der Schweiz.

Die Ernst Göhner Stiftung (EGS), mit zuletzt 46% der Anteile grösster Aktionär von Panalpina, hat Ulbers berufliche ­Laufbahn massgeblich beeinflusst. 2013 ernannte der Verwaltungsrat von Pan­alpina unter Vorsitz von Rudolf Hug, der auch EGS-Präsident war, Peter Ulber zum CEO als Nachfolger von Monika Ribar.

Die Neubesetzung schien ideal. Schliesslich hatte Ulber beim wichtigsten Konkurrenten Kühne + Nagel (K+N) die Luft- und die Seefracht geleitet und dabei Profitabilitätsniveaus erreicht, von denen Panalpina nicht einmal zu träumen wagte.

Die Erwartungen an Ulber waren nicht nur bei der Belegschaft von Panalpina hoch. So stieg der Aktienkurs des Unternehmens am Tag der Bekanntgabe des Führungswechsels um 13%. Zusammen mit dem damaligen Finanzchef, der auch bei K+N rekrutiert worden war, sollte es endlich vorangehen. «Wir wollen zu den Top-Firmen beim Ebit gehören», sagte ­Ulber damals. Doch die Trägheit des Konzerns war stärker als die Erneuerungskraft des neuen Konzernlenkers. Nach drei Jahren trat er als CEO zurück und wurde ­Verwaltungsratspräsident. 2018 forderten aktivistische Investoren den Rücktritt des Präsidenten wegen unzureichender Leistung und ungeeigneten Corporate-Governance-Strukturen.

Nachdem die EGS ihren Widerstand in einem Übernahmekampf aufgegeben hatte, ging ­Panalpina schliesslich Mitte 2019 an den dänischen Logistikkonzern DSV. «Es geht am Schluss nicht um gewinnen oder verlieren, egal wie die persön­liche Einschätzung ist. Es geht darum, eine unter den jeweiligen Umständen realis­tische Lösung zu finden, um für die Mehrheit der verschiedenen Stakeholder eine erfolgversprechende Zukunft zu schaffen», sagt Ulber heute rückblickend.

Seine schon 2011 gegründete Charleston Enterprise Group beschäftigt sich mit Immobilienprojekten, der Beratung und Finanzierung von Start-ups, sowie «immer öfter mit der aktiven Unterstützung von gemeinnützigen Zwecken», wie Ulber sagt. «Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Schaffung von sicheren, bezahlbaren Wohnungen vor allem für Frauen und deren Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt oder internationalem Menschen­handel geworden sind.»

Peter Ulber scheint seine neue Mitte gefunden zu haben. «Nicht mehr in der internationalen Konzernwelt aktiv zu sein, macht es mir jetzt möglich, viel mehr Zeit meiner Frau Alexandra und unseren fünf Kindern zu widmen. Gleichzeitig gibt es auch mehr Flexibilität für das Hobby ­Segelsport.»

Wohltätigkeit auch hier. Auf einer ­lokalen Website freut sich der Veranstalter einer Regatta zugunsten von Leukämiekranken: «Peter Ulber war so freundlich, seine Segeljacht Tika Dika als Komiteeboot zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank, Peter.» Der Dank aus Basel ist dagegen eher verhalten.

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