Was macht eigentlich…

Rajiv Jain, Vermögensverwalter

Rajiv Jain geht auch als selbständiger Anleger seiner Leidenschaft nach, dem Investieren. Die Zahlen sprechen für sich.

Das Wachstum ist enorm. «2018 haben wir die verwalteten Vermögen fast verdoppelt», sagt Rajiv Jain, Gründer und Chief Investment Officer von GQG Partners. Die Zahlen beeindrucken, da sie nicht etwa von einer niedrigen Basis profitieren. Aktuell verwaltet das Unternehmen 21 Mrd. $. «Dabei hätten wir noch mehr Gelder anziehen können, wenn wir Kundenwünsche berücksichtigt hätten.» Das würden sie nicht tun, sie wollen sich auf die Anlagegebiete konzentrieren, die sie am besten verstehen.

Der 2016 gegründete Asset-Manager fokussiert auf Investitionen in global operierende, qualitativ hochwertige Unternehmen, die überdurchschnittlich wachsen (Global Quality Growth). Dafür steht auch die Abkürzung im Gesellschaftsnamen GQG. In der Schweiz ist Jain Anlegern als ehemaliger Fondsmanager bei Vontobel bekannt. Unter seiner Führung vervielfachten sich die verwalteten Vermögen im New Yorker Büro von 1994 bis zu seinem Abgang 2016 von 350 Mio. auf 50 Mrd. $.

Jain ist seinem Ansatz treu geblieben und tut heute grundsätzlich nichts anderes als früher bei Vontobel – einfach auf eigene Faust. «Ich hätte auch aufhören und einfach mein eigenes Vermögen verwalten können», sagt er nicht unbescheiden. Das dürfte zutreffen. Dem Vernehmen nach soll er bei Vontobel bis zu 70 Mio. $ im Jahr verdient haben. Aber ein innerer Antrieb hinderte ihn daran, sich zur Ruhe zu setzen: «Investieren ist meine Leidenschaft.» Er wollte von Grund auf ein Unternehmen aufbauen, das Dinge anders angeht. «Wir haben mit einem weissen Blatt Papier begonnen.» Das erklärt auch, weshalb keiner seiner ehemaligen Vontobel-Kollegen heute mit ihm zusammenarbeitet. Man könne ja nicht Auto fahren und dabei ständig in den Rückspiegel schauen. «In unserer Firma bin ich Anlagechef, nicht CEO. Das erlaubt mir, mich voll auf Investitionen zu konzentrieren.»

Das soll den Kunden zugutekommen. «Unser Ziel ist eine gute Performance. Wenn wir das erreichen, vertrauen uns Anleger automatisch ihre Gelder an», ist sich Jain sicher. Er vergleicht das mit Wasser, das immer einen Weg findet.

«Um mit den Kunden im selben Boot zu sitzen, investieren wir selbst nur in unsere eigenen Produkte.» Andere Anlagen seien untersagt. Diese Regel habe man sich selbst auferlegt. Zusätzlich sind die Angestellten am Unternehmen beteiligt. Das verändert die Denkweise zur Firma, ist Jain überzeugt. Der Angestellte wird zum Unternehmer, zum Partner. Auch diesem Umstand wird mit dem Gesellschaftsnamen Rechnung getragen.

Um die Nettorendite zu verbessern, wurden unlängst die Gebühren gesenkt. Auch das ist ein Schritt im Sinne des Kunden. Für den Investor zähle schliesslich nur, was nach Abzug der Gebühren übrig bleibe. «Zudem akzeptieren wir gerne eine renditeabhängige Gebühr.» Nur wenn gut gearbeitet wird, fällt also eine Prämie an. Das sei ein weiteres Mittel, um dieselben Interessen wie die Kunden zu verfolgen.

Der grösste Unterschied als Unternehmer zu seiner Tätigkeit bei Vontobel bestehe aber darin, dass er wirklich langfristig agieren könne. Weniger gefällt ihm dabei, dass er weniger oft in Zürich ist. Verbunden ist Jain mit der Schweiz aber immer noch mit seinen Investitionen. Unter anderem hält er in seinen Portfolios Aktien des Pharmakonzerns Novartis, des Nahrungsmittelmultis Nestlé und des Bauzulieferers Sika.

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