Was macht eigentlich…

Ramon Vega, Ex-Fussballspieler

Früher kämpfte Ramon Vega um den Ball, heute ist er in London in der Finanzbranche tätig.

Auf den ersten Blick erinnert heute bei Ramon Vega (47) kaum noch etwas an seine Vergangenheit. Sein Anzug – vorzugsweise in Königsblau – sitzt perfekt, das Gesicht wirkt weniger kantig als früher, der Haarschnitt getrimmter als früher. Der Schweizer Fussball-Nationalspieler von früher ist heute eine feste Grösse in der Londoner Finanzbranche.

Der Oltner mit spanischen Wurzeln ist Mitbegründer des nach ihm benannten Vermögensverwalters Vega Swiss Asset Management. Nach eigenen Aussagen betreut das Unternehmen rund 1 Mrd. Fr. an Vermögen, die hauptsächlich von britischen Kunden stammen.

Trotz dieses Abstechers in die Wirtschaftswelt lässt ihn seine frühere Faszination nicht los – vor allem während der Fussball-Weltmeisterschaft. «Ich schaue die Spiele, so oft ich kann. Und selbstverständlich drücke ich der Schweizer Nati die Daumen», sagt Vega im Gespräch. In seiner Karriere hatte der gelernte Innenverteidiger nie eine Weltmeisterschaft bestreiten dürfen. Ende der Neunzigerjahre gehörte die Fussball-Schweiz noch nicht zu den regelmässigen Teilnehmern an grossen Turnieren. Sein Highlight war die Teilnahme an der Europameisterschaften in England 1996 – in dem Land, dem er bis heute die Treue hält.

Wegweisend war sein Transfer zum Premier-League-Spitzenklub Tottenham Hotspurs Anfang 1997 gewesen. Er wurde in London zur grossen Nummer, auch abseits des Spielfelds. «Ich konnte mir ein grosses Netzwerk aufbauen, das mir auch als Vermögensverwalter zugutekam», sagt Vega heute. Gleichzeitig ist auch sein fussballerisches Know-how noch immer gefragt. So hat er bei den Fernsehsendern BBC und Sky Sports ab und zu Auftritte als Experte. Sein Ex-Klub Tottenham engagierte ihn zudem als Finanzberater für die Planung des neuen Stadions, das im Sommer in Betrieb genommen wird.

Wer mit Ramon Vega über sein Leben spricht, stellt fest, dass sich bei ihm immer wieder Kreise schliessen. Beim Grasshopper Club Zürich absolvierte er begleitend eine Banklehre bei der Credit Suisse, was ihm die Börsenwelt näher brachte. Heute hingegen kann der zweifache Familienvater es sich gut vorstellen, seine Erfahrungen aus der Finanzbranche in die Fussballbranche einfliessen zu lassen. «Mit diesem Wissen liesse sich in vielen Klubs viel bewegen», sagt Vega. 2015 hatte er vergebens darauf aspiriert, Nachfolger von Joseph Blatter beim Fussballweltverband Fifa zu werden. Der Frust war von kurzer Dauer. Denn es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich eine andere Gelegenheit bietet.

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