Was macht eigentlich…

Remo Stoffel, Investor

Umtriebiger Investor mit belasteter Vergangenheit: Der Turmbauer Remo Stoffel ist heute in Dubai aktiv.

Unrühmlich. Das Wort zieht sich wie ein roter Faden durch die Karriere von Remo Stoffel. Unrühmlich die Rechtsstreitigkeiten, die sein bisheriges Berufsleben prägten. Unrühmlich sein überraschender Teilverkauf bei Vifor Pharma, der Aktionären auf einen Schlag 16% Wertverlust einbrachte. Unrühmlich die regelmässigen Schlagzeilen über ihn: «Das seltsame Geschäftsgebaren von Remo Stoffel», «Reich an Schulden», «Bedingte Freiheitsstrafe für Stoffel», «Vals-Investor sass in U-Haft». Mosaiksteine, die ein diffuses Bild eines Mannes zeichnen, der 2005 als Investor aus dem Nichts Bekanntheit erlangte.

Damals übernahm Stoffel, erst 28-jährig, mit zwei Partnern die Immobiliengesellschaft Avireal aus dem Swissair-Nachlass. Den grössten Teil der Immobilien verkaufte Avireal direkt an Stoffel weiter. Laut Oberstaatsanwaltschaft Zürich kam es dabei zu strafbaren Handlungen in Form inkorrekter bis fehlender Dokumentation. Laut NZZ sass Stoffel 2019 gar vier Tage in Untersuchungshaft, nachdem ein Monat vor der Gerichtsverhandlung bekannt geworden war, dass er samt Familie in die Vereinigten Arabischen Emirate auswandern wolle.

Inzwischen ist der Wegzug Tatsache. Seit 2019 lebt Stoffel in Dubai. Zurückgelassen hat der heute 43-Jährige seine Vergangenheit. Im Fall der Avireal-Untersuchung einigte er sich mit den Behörden auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 180 Tagen und eine Busse von 10 000 Fr. Vor Bundesgericht unterlag Stoffel fast zeitgleich in einem Streit mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung über eine Forderung von 60,4 Mio. Fr. Das Urteil hat der Investor gut verschmerzt. Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, sei er glücklich, dass die juristische Aufarbeitung ein Ende gefunden hätte.

Der Exodus kommt für Stoffel einem Neustart gleich. Über seinen Mediensprecher, den langjährigen Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier, richtet Stoffel auf Anfrage von FuW aus, das Engagement in Dubai habe von Anfang an Freude bereitet. «Wir nehmen hier Anteil an beeindruckenden  Wachstumsentwicklungen», sagt er. So sei man mit einigen Hundert Personen an der Vorbereitung der Weltausstellung beteiligt, die ab Oktober 2021 für ein halbes Jahr stattfinden soll. Ein «faszinierendes Projekt» nennt es Stoffel.

Seit 2006 ist Stoffels Beteiligungsgesellschaft Priora Holding in Dubai aktiv. Dort betreibt sie den 8000 Mitarbeiter starken Facility Manager Farnek. Während Stoffel nur noch als Farnek-Chairman in Erscheinung tritt, hat er sein Europa-Geschäft langjährigen Wegbegleitern anvertraut, zu denen Hans-Peter Domanig, Ex-Implenia-Konzernleitungsmitglied, und der Ex-UBS-Mann Fulvio Micheletti gehören.

Wie erfolgreich der selbstbewusste Valser, den Vertraute mit Worten von «Genie» bis «Wahnsinniger» umschreiben, tatsächlich ist, bleibt ein Rätsel. Noch immer hält Stoffel unter anderem 9,4% an Vifor Pharma, deren Börsenwert bei 8,1 Mrd. Fr. liegt. Wie «SRF Eco» in einem Beitrag von 2018 berichtete, türmen sich beim Investor aber auch die Schulden. Offen ist denn auch, wie es mit seinem Valser Hotelprojekt weitergeht. 2015 hatte Stoffel den Bau eines 381 Meter hohen Turms inmitten der 1000-Seelen-Gemeinde angekündigt. Seither ist es um die Pläne ruhig geworden. Gemäss «Eco» war Stoffels Turmbau-Unternehmen 7132 AG Ende 2017 überschuldet. 

, Closing Bell / Was macht