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Der 25. November 1973 war in der Schweiz ein ganz besonderer Sonntag: Autofrei. Es folgten noch zwei weitere – dem Gebot «am siebten Tage sollst du ruhn» wurde nachgelebt. Der Bundesrat versuchte mit dieser Massnahme, der damaligen Ölkrise zu begegnen. Reifere Semester entsinnen sich nicht ungern: Welche Ruhe oder, wie es heute heisst, Entschleunigung. Es bedürfte schon einer gewaltigen Elektrizitätskrise, um jetzt einen internetfreien Sonntag zu verfügen. Oder auch nur eine netzlose Minute. Obwohl eine Welt ohne Gezwitscher (präsidiales oder ganz gewöhnliches) – 2016 wurden pro Minute im Durchschnitt fast 350 000 Tweets abgesetzt – durchaus ihren Charme hätte. Auch auf anderen Plattformen ereignet sich vieles, das verzichtbar wäre. Während einer Minute Internet loggen sich gut 700 000 Menschen auf Facebook (FB 155.07 1.09%) ein, sogar fast 2,8 Millionen Mal wird irgendetwas auf Youtube angeklickt, gar 150 Millionen mehr oder weniger gehaltvolle Mails rasen durchs Netz. Fast eine Million mal wird in Herzensangelegenheiten ein «Date» über Tinder gewischt – statt auf freier Wildbahn mit altehrwürdiger Jagdlist einen Liebsten, eine Liebste zu suchen. Doch genug des Kulturpessimismus; die Möglichkeiten, die sich nahezu allen Menschen und Organisationen in entwickelteren Ländern durch den Zugang zum Internet eröffnen, sind gigantisch. Niemand will und wird darauf verzichten.