Meinungen

Was tun mit der Hypothek?

Ein Schnäppchen sind die langen Hypotheken mittlerweile nicht mehr. Das bereitet vielen Eigenheimbesitzern schlaflose Nächte. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Wer Kapitalpolster und gute Nerven hat, für den ist die Saron-Hypothek eine gute Alternative.»

Das Thema Hypotheken wird heiss diskutiert. Leserinnen und Leser fragen mich, was sie mit ihrer auslaufenden Hypothek machen oder ob sie ihre Saron-Hypothek jetzt anbinden sollen. Wichtige Fragen. Geht es derzeit doch vor allem darum, wie schnell und wie weit die Zinsen und damit auch die Hypotheken noch steigen werden.

Keine Zinsexplosion

Erst einmal die guten Nachrichten. Die Hypothekarzinsen werden vorerst nicht weiter im Eilzugtempo nach oben schnellen. Gemäss einer Studie von MoneyPark sind die zehnjährigen Hypotheken im ersten Halbjahr im Durchschnitt um rund 1,5 Prozentpunkte auf 2,85% gestiegen. Daraus, dass die kurzfristigen Hypotheken im jüngsten Quartal stärker als die langen anziehen, leitet MoneyPark eine Verlangsamung des Anstiegs ab.

Damit rechne ich auch. Die Rendite der zehnjährigen Bundesobligationen ist seit der Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 5'960.00 -1.97%)) gar etwas zurückgekommen. Dass stabilisiert die Hyposätze. Doch wer damit rechnet, dass es bald wieder günstigere Hypotheken gibt, der liegt mit Sicherheit falsch. Die Sätze werden steigen, wenn auch eher langsam.

Saron als Alternative

Was heisst das nun? Ich bin zwar ein Freund von Festhypotheken und hoffe, dass Sie sich rechtzeitig langfristig engagiert haben. Doch falls nicht, und falls Sie sowohl Kapitalpolster als auch gute Nerven haben, ist die Saron-Hypothek eine gute Alternative. Die gibt es teilweise für etwas mehr als 0,5%. Bis die SNB die negativen Zinsen verlässt, wird sich das auch kaum ändern. Auch danach dürfte der Saron noch eine ganze Weile besser abschneiden. Historisch und langfristig betrachtet ist das ohnehin immer der Fall.