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Was UBS den Frauen rät

Vielen Frauen steht nur ein niedriges Alterseinkommen in Aussicht. Die Bank hat Tipps, wie sich der Rentenanspruch vergrössern lässt.

Frauen sparen in der Regel weniger Geld für die Altersvorsorge als Männer. Die Pensionsrente kommt auf durchschnittlich 1600 Fr. monatlich, während Männer im Schnitt rund 3000 Fr. monatlich aus der Pensionskasse beziehen, wie UBS (UBSG 10.44 1.36%) im neuesten Vorsorgebericht schreibt.

Die wesentlichen Gründe liegen im oft geringeren Beschäftigungsgrad der Frauen und in dem gegenüber männlichen Beschäftigten 12% niedrigeren Medianlohn, wie UBS-Ökonomin Veronica Weisser an einer Medienveranstaltung darlegte. Sie wies u.a. darauf hin, wie sehr Teilzeitarbeit in der obligatorischen beruflichen Altersvorsorge benachteiligt wird.

Die Teilzeitstrafe vermeiden

Eine 40-jährige Person mit einem Bruttojahreslohn von 25’000 Fr. zahlt zusammen mit dem Arbeitgeber nach gesetzlicher Regelung jährlich nur 356 Fr. in die Vorsorgeeinrichtung ein. Bei einem doppelt so hohen Jahreslohn ist es eine siebenmal so hohe Sparleistung, und bei 95’000 Fr. Jahreslohn werden zusammen sogar 6044 Fr. in die Vorsorge eingelegt.

Wichtig sei, die finanzielle Altersvorsorge frühzeitig aufzubauen, sagte UBS-Vorsorgeexpertin Jackie Bauer. Sie rät jeder Frau und jedem Mann, durch eigene Anstrengungen den individuellen Vorsorgeanspruch zu vergrössern: «Naheliegend ist, sofern möglich das Arbeitspensum aufzustocken. So wird mehr Geld in der Pensionskasse gespart, und es entsteht eher freies Einkommen, das in die dritte Vorsorgesäule gesteckt werden kann.» Bauer rechnet zudem vor, dass eine Verschiebung des Rentenbeginns auf Alter 67 das spätere Alterseinkommen um je nach Situation 12 bis 23% ausweitet.

Für 3a-Gelder Aktienprodukte nutzen

Die zunehmende Lebenserwartung hat gemäss Veronica Weisser den Effekt, dass der Umwandlungssatz der Pensionskassen und damit die Höhe der Jahresrate der Pensionsrente weiter schwinden: «Bedeutsamer wird deshalb das freiwillige Sparen für die steuerbegünstigte dritte Vorsorgesäule.» Kontoguthaben würden im Schnitt aber lediglich 0,2% Zins abwerfen.

UBS empfiehlt deshalb, zumindest einen Teil des 3a-Guthabens in Aktienprodukte zu investieren. Die Bank hält es für angebracht, dass unter 45-Jährige vollständig auf solche Anlageprodukte setzen. Gemäss Weisser blicken sie auf eine genügend lange Anlagedauer, um die Wertschwankungen von Aktien auszuhalten. Mit grosser Wahrscheinlichkeit entwickle sich ein solches 3a-Vermögen wesentlich kräftiger als die Kontolösung.

Leser-Kommentare

Mark Flückiger 26.06.2019 - 17:44

Die Realität sieht leider anders aus. Wenn jemand bloss 50’000.- pro Jahr verdient, kann er/sie keine 3. Säule äufnen, einfach weil das Geld vollständig für den Lebensunterhalt abfliesst. Die 3. Säule ist ein versteckter Steuererrabatt für Gutverdiener.
Hilfreicher wäre, wenn die ersten 50’000.- des Einkommens steuerfrei wären. Dann würde manche gerne einige Stunden länger arbeiten.