Die Coronakrise hinterlässt am Arbeitsmarkt tiefe Spuren. Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft monatlich veröffentlichten Zahlen weisen für den Januar 2021 eine weitere markante Zunahme des Arbeitslosenbestands aus. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist auf fast 170 000 gestiegen; binnen nur zwölf Monaten haben gut 48 000 Arbeitnehmer ihre Stelle verloren, im Wesentlichen als Folge der Coronapolitik. Darin ist der Effekt des zweiten, Mitte Januar 2021 verordneten Lockdown noch nicht spürbar. Nach dem ersten Lockdown ab Mitte März 2020 stiegen die Arbeitslosenzahlen im April und Mai markant. Die Wirkung des ersten Lockdown zeigt sich noch krasser in der Kurzarbeit. Im November 2020 (neuere Zahlen liegen nicht vor) lagen sowohl die Zahl der von Kurzarbeit Betroffenen wie auch der Ausfallstunden mehr als achtzigmal höher als im November 2019. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen spiegelt sich im längerfristigen Vergleich. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die durchschnittliche Arbeitslosenzahl auf 145 720 gut verdoppelt, die Arbeitslosenquote ist von 1,8 auf 3,1% gestiegen. Noch höher als 2020 lag die durchschnittliche jährliche Arbeitslosenzahl 2004 und nach der Finanzkrise 2009/10. Das ist insofern ein schwacher Trost, als die Zahlen weiter steigen dürften. Der zweite Lockdown ist noch nicht enthalten, dennoch erreichte die Arbeitslosenquote im Januar 3,7%.