Neben dem Gastgewerbe gehören der Event- und der Kulturbereich zu den von der Coronapolitik am härtesten getroffenen Branchen. So wurden etwa die Schweizer Kinos 2020 arg gebeutelt. Die Zahl der vorgeführten Filme setzte zwar ihren steigenden Trend fort, doch die Kinovorstellungen schrumpften fast die Hälfte. Die Eintritte brachen vergangenes Jahr fast zwei Drittel auf 4,3 Mio. ein (noch 2011 wurden fast 15 Mio. Eintritte registriert). Im gleichen Ausmass sanken 2020 die Ticketeinnahmen, sie erreichten noch 67 Mio. Fr. (Vorjahr: 193,3 Mio. Fr.). Trotz dieses markanten Aderlasses blieb die gesamtschweizerische Zahl der Kinosäle konstant, nur vier von zuvor 605 wurden 2020 geschlossen. Die grössten Kinokantone waren Zürich mit 115 Sälen sowie Bern mit 84. Die kinematografische Wüste herrscht in Obwalden mit einem und in Appenzell-Innerrhoden mit gar keinem Kinosaal. Es gibt auch Erfreuliches: Der Marktanteil der Schweizer Filme ist, gemessen an den Kinoeintritten, 2020 auf 13,8% gestiegen (nach 6,7% im Vorjahr). Das hat mit dem Ausbleiben zugkräftiger Hollywood-Produktionen zu tun. Zudem feierte «Platzspitzbaby» mit rund 320 000 Eintritten einen Grosserfolg. Er blieb damit allerdings noch weit hinter dem erfolgreichsten Schweizer Film seit Jahrzehnten zurück; der Streifen «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy von 1978 lockte fast 1 Mio. Besucher in die Kinos.