Die Sozialhilfe (Fürsorge) ist in der Schweiz das letzte soziale Auffangnetz. Die Sozialhilfequote, d. h. Sozialhilfebezüger gemessen an der gesamten Bevölkerung, ist bemerkenswert stabil. Seit 2005 schwankte sie in einem schmalen Band zwischen 2,9 und 3,3%. Im Gefolge der Finanzkrise ab 2008 stieg sie langsam bis auf 3,3%. Der Höhepunkt an Sozialhilfebezügern wurde 2017 mit 278 345 Personen erreicht. Seither ist die Zahl leicht gesunken, so auch 2019 um gut 1%. Die Quote verharrte auf 3,2%. Nach Kantonen zeigen sich erhebliche Unterschiede: Neuenburg stand 2019 mit einer Quote von 7% an der Spitze, gefolgt von Genf und Basel-Stadt. ­Umgekehrt kamen Nidwalden und Appenzell-Innerrhoden nicht einmal auf 1%. Im Coronajahr 2020, für das die Zahlen noch nicht vorliegen, dürfte sich noch keine markante ­Änderung ergeben. Die Auswirkungen könnten sich ab 2021 manifestieren – und sie könnten erheblich sein. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) malt ein ­pessimistisches Bild. So könnte die Zahl der Sozialhilfe­bezüger gemäss dem Referenzszenario bis 2022 gut 57 000 auf gegen 330 000 Personen bzw. 21% zunehmen. Die ­Sozialhilfequote würde auf rund 3,8% steigen. Die Skos geht von Zusatzkosten von über 800 Mio. Fr. aus. Und: Für Sozialhilfebezüger ist der Weg zurück in den Arbeitsmarkt besonders schwierig.