«Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe» – so schreibt der Evangelist Matthäus. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten zwei Harze: Myrrhe, vom gleichnamigen Baum, wurde einst im Alltag verwendet, als Parfüm, Salböl oder Betäubungsmittel. Der edle Weihrauch wiederum gilt seit Jahrtausenden in verschiedensten Kulturen und Religionen als Heilmittel und kultische Essenz. Erhitzter Weihrauch verbreitet reinigenden Wohlgeruch, wie heute noch in katholischen Kirchen. Der römische Kaiser Nero soll zur Totenfeier seiner verstorbenen Gattin Poppaea anno 65 n. Chr. Tonnen von Weihrauch verbrannt haben. Weihrauchbäume wachsen in Südarabien, Indien und am Horn von Afrika. Wird die Rinde geritzt, so tritt milchiges Harz aus, das nach ein paar Tagen die begehrten Körner bildet – «weisses Gold». Die Ernte kann zehn Kilogramm pro Baum im Jahr einbringen. Hier in Somaliland droht den letzten wilden Weihrauchwäldern der Welt Unheil – sie werden häufiger angeschnitten, als sie harzen können.