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Die globale Nachfrage nach Fine Wines ist gross und entsprechend boomen die Weinauktionen. Besonders gesucht sind Raritäten aus den klassischen europäischen Weinbauregionen, allen voran Burgund und Bordeaux.

Das Genfer Auktionshaus Baghera Wines hat soeben 12 Burgunder von Henri Jayer für 61’200 Franken verkauft – dass entspricht 5’100 Franken pro Flasche. Was im ersten Moment nach viel tönt, ist es nicht einmal.

Bei Christie’s liegt der Rekord bei 476’280 $ für 12 Flaschen Domaine de la Romanée-Conti von 1978, und 12 Flaschen des Bordeaux Château Cheval Blanc des legendären Jahrgangs 1947 wechselten ihren Besitzer 2013 in Paris für 179’792 $.

Der Preis gewisser Weinflaschen steht heute in keinem Verhältnis mehr zu ihrem Inhalt. Denn die Weinpreise für die Weinelite der Fine Wines ist seit dem Dotcom-Boom astralisch in die Höhe geschossen. Nichtsdestotrotz bilden Weine nach wie vor ein sehr gutes Investment, da die Nachfrage gross ist und die Produktion limitiert.

Die Anzahl von sogenannten Fine Wines ist relativ überschaubar. 95% dieser Weine stammen aus den klassischen Weinbauregionen Europas, primär aus Bordeaux und dem Burgund, mit einigen Ausnahmen aus Italien, Kalifornien oder der Région Rhône (vgl. unten).

Die Nachfrage nach diesen Provenienzen ist seit den 90er Jahren drastisch gestiegen. Damals, vor dem Kollaps der Börse, hatten viele in der Finanzwelt sehr viel Geld, und es entstand eine neue Szene von sehr wohlhabenden Sammlern. Sie kamen zu den Weinauktionen in New York, London, Paris oder Hongkong, um zu sehen, um gesehen zu werden und um Weine zu unvernünftig hohen Preisen zu kaufen.

Inzwischen ist auch der Markt in Asien neu erwacht. Wein ist zum neuen Statussymbol geworden, das entsprechend gesucht und gekauft wird. Diese zwei Trends und die Tatsache, dass Wein ein limitiertes Gut ist, hat einerseits zu den hohen Preisen geführt, andererseits auch zum Auftauchen zahlreicher Fälschungen.

Daher sollte man heute beim Kauf an Weinauktionen auf Folgendes achten: Dass man mit einem guten, solventen Händler arbeitet, der idealerweise schon länger auf dem Markt ist und dass man die Quelle kennt und weiss, woher die Weine kommen. Im Internet findet man auch zahlreiche dubiose Angebote.

Am besten kommen die Weine direkt vom Weingut zur Auktion. Dadurch vermeidet man die zahlreichen zuvor stattgefundenen Besitzerwechsel. Das Risiko von Fälschungen ist jedoch auch hier enorm. Vermehrt bringen Weingüter fälschungssichere QR-Codes oder Etiketten an den Flaschen an, die Herkunftsgarantie und Rückverfolgbarkeit des Weins erlauben.

Nichtsdestotrotz sind Weinauktionen ideale Gelegenheiten, um rare Topweine und gesuchte Jahrgänge zu finden und Trouvaillen zu machen. Denn was an Weinauktionen verkauft wird, ist zu 80% nicht mehr im üblichen Weinhandel zu finden. Weinauktionen sind auch ein guter Spiegel der allgemeinen wirtschaftlichen Lage – geht es ihr gut, steigen die Weinpreise, geht es schlecht, fallen sie.

Auktionen sind aber auch eine ideale Gelegenheit, um sich ein Bild über die Weinelite zu machen. Beim Studieren des Auktionskatalogs findet man nicht nur heraus, dass immer wieder dieselben Namen auftauchen, sondern auch, welches die Spitzenweine der Welt sind. Sehr interessant ist das Angebot an alten Portweinen oder Madeiras: Es kann gut und gerne vorkommen, dass man über 100-jährige Abfüllungen findet.

Idealerweise hat man vor der Versteigerung Gelegenheit, die Weine zu verkosten. Je nach Auktionshaus besteht etwa eine Stunde vor Beginn die Möglichkeit, den einen oder anderen Wein zu probieren. Das ist insofern interessant, wenn zum Beispiel die grössere Sammlung einer Person verkauft wird und man durch die Verkostung erkennen kann, wie die Weine gelagert waren.

Denn einer der problematischsten Punkte bei der Auktion ist die Tatsache, dass man nicht weiss, in welchem Zustand die Weine sind. Einmal gekauft, können sie nicht zurückgegeben werden. Es wäre auch falsch vorauszusetzen, dass alle Auktionshäuser genau prüfen, woher die Ware kommt. Je elitärer das Haus, umso besser wird kontrolliert.

Sichere Werte: Die Top-Blue-Chip-Weine

Mit diesen Provenienzen investieren Sie richtig (Auswahl). Die sogenannten Blue-Chip-Weine kosten bereits viel, wenn sie auf den Markt kommen, gewinnen aber in der Regel an Wert:

Bordeaux: Ausone, Cheval Blanc, Haut-Brion, Lafite-Rothschild, Lafleur, Latour, Margaux, Mission Haut-Brion, Mouton Rothschild, Pétrus, Le Pin

Burgund: Domaine de la Romanée-Conti (DRC), Henri Jayer, Rousseau A.

Champagne: Krug, Roederer Cristal, Dom Pérignon.

Übrige: JL Chave (Hermitage), Gaja (Piemont), Masseto (Toskana), Ornellaia (Toskana), Rayas (Châteauneuf-du-Pape), Sassicaia (Toskana), Screaming Eagle (Kalifornien).

Spezialisierte internationale Auktionshäuser:
» Sotheby’s
» Christie’s
» Acker Merrall & Condit New York & Hongkong

Spezialisierte Schweizer Auktionshäuser:
» Baghera Wines
» Franz Wermuth
» Steinfels
» Weinbörse