Sponsored by BNY

Welche Folgen haben Anleihen mit negativen Renditen?

Die zunehmende Zahl von Anleihen mit negativen Renditen könnte dafür sorgen, dass sich der Fokus erneut auf alternative Anlagen richtet.

Paul Flood, Portfoliomanager von Newton, eine BNY Mellon Investment-Boutique.

Laut dem Finanzanalysen-Anbieter Bloomberg hat der Wert negativ verzinster Anleihen in diesem Jahr einen neuen Rekordstand von 14 Billionen US-Dollar erreicht. Negative Renditen bedeuten, dass Käufer Verluste verzeichnen, wenn sie die Anleihen bis zur Fälligkeit halten.1

Dazu Paul Flood, Portfoliomanager von Newton: «Staatsanleihen haben als Mittel zur Diversifizierung ausgedient. Staatspapiere aus den Industrienationen boten in finanziellen Krisenzeiten gewöhnlich eine sichere Zuflucht. Die unkonventionelle Geldpolitik hat jedoch dazu geführt, dass die voraussichtlichen Renditen vieler Anleihen und Barmittel inzwischen unter dem Inflationsniveau liegen.»

Flood fügt hinzu, dass die Anleger aufgrund der vergleichsweise niedrigen Anleiherenditen und der Volatilität auf den globalen Aktienmärkten zuweilen mit zwei Herausforderungen zu kämpfen haben: So streben sie eine Diversifizierung an und möchten sich gleichzeitig gegen einen Marktrückgang absichern.

«Im letzten Jahr kam es mehrmals zeitgleich zum Ausverkauf von Anleihen und Aktien – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Anleger auf die negativen Korrelationen zwischen diesen Anlagen angewiesen waren, um sich über Wasser zu halten. Das zeigt, wie wichtig ein System ist, mit dem man den Nutzen der Diversifizierung beurteilen und frühzeitig Chancen erkennen kann», ergänzt er.

Alternativen

Vor diesem Hintergrund ist Flood der Ansicht, dass sich viele Investoren dazu veranlasst sehen könnten, nicht nur auf traditionelle Aktien zu setzen, um ausgewogene Portfolios aufzubauen, die ein Gegengewicht zu den schwindenden Renditen auf dem Anleihemarkt und gleichzeitig einen Risikoschutz bieten.

«In Anbetracht der niedrigen Anleiherenditen ziehen die Anleger alternative Renditequellen in Betracht. Dabei müssen sie jedoch darauf achten, dass sie ihr Kapital nicht gefährden oder ihr Risiko deutlich erhöhen», meint Flood.

Wenn man den Aktienbestand auf Kosten von Anleihen erhöht, dürfte das kaum zur Senkung des Risikos beitragen, so Flood weiter. Denn häufig leisten diese Engagements den höchsten Risikobeitrag, selbst bei Portfolios mit geringer Aktiengewichtung.

«Stattdessen suchen die Anleger nach komplexeren Instrumenten für die Diversifizierung und interessieren sich für andere Anlagen als Staatsanleihen, die ebenfalls nicht mit Aktien korrelieren. Erneuerbare Energien sind ein besonders gutes Beispiel für eine Anlageklasse, die eine geringe Korrelation mit Aktien aufweisen kann. Dasselbe gilt für Infrastrukturwerte.»

So oder so: Laut Flood müssen sowohl die Portfoliodiversifizierung als auch die zugrundeliegenden Treiber der Anlagerenditen sorgfältig analysiert werden, um das Risiko zu minimieren und in einem zunehmend volatilen Anlageumfeld die negativen Auswirkungen zu meistern, die grössere Marktumbrüche mit sich bringen.

«Bei der Risikoanalyse darf man sich nicht nur auf die Korrelationen beschränken. Auch die fundamentale Diversifizierung muss beurteilt werden – das bedeutet, dass die zugrundeliegenden Renditetreiber eines Wertpapiers überprüft werden müssen», so Flood.

Die Frage, wie man eine Diversifizierung erreichen kann, ohne dieses Risiko zu erhöhen, beantwortet er folgendermassen: «Diversifizierung bedeutet letztendlich, dass Wertpapiere mit unterschiedlichen Renditeprofilen gehalten werden, die von spezifischen Merkmalen angetrieben werden. Auf diese Weise kann man in schwierigen Szenarien, in denen die Anleger mit höheren Korrelationen rechnen müssen, eine Absicherung erreichen. Um dies zu bewerkstelligen, muss man die zugrundeliegenden Merkmale berücksichtigen, von denen die Renditen einer Anlageklasse abhängig sind. Sind diese beispielsweise weniger konjunktursensibel?»

«Auf den ersten Blick mögen Hochzinsanleihen ein gutes Mittel zur Diversifizierung darstellen. Unter heiklen Wirtschaftsbedingungen steigen jedoch die Ausfallquoten – und so kann auch deren Korrelation mit den Aktienmärkten zunehmen. Selbst wenn die verschiedenen Anlageklassen gemeinsame Merkmale aufweisen, müssen Anleger immer sorgfältig darauf achten, wie sie in ihrem Portfolio ein optimales Verhältnis zwischen Risiko und Rendite erzielen», so seine Schlussfolgerung.

Trends-Report: Treibende Kräfte des Wandels

1 Bloomberg. Negative-Yielding Debt Hits Record $14 Trillion as Fed Cuts. 01 August 2019.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.