Vier der zehn gegenwärtig bevölkerungsreichsten Länder werden zu Ende des Jahrhunderts aus den Top Ten ausgeschieden sein: Brasilien, Bangladesch, Russland und Mexiko. Gemäss den Vorhersagen der Vereinten Nationen wird die Bevölkerung in diesen Staaten bis dahin nur geringfügig wachsen (Mexiko) bzw. sogar schrumpfen (die anderen drei). Dagegen dürfte die Population in vielen afrikanischen Ländern massiv zunehmen. In Nigeria könnte sie bis dahin um das Dreieinhalbfache auf gut 730 Mio. steigen. Zum Vergleich: Die Europäische Union zählt derzeit etwa 514 Mio. Bewohner. Auch Äthiopien, Tansania und Ägypten werden wohl anno 2100 zu den zehn bevölkerungsreichsten Nationen zählen, von denen sich dannzumal also die Hälfte in Afrika finden wird. Fragt sich, wie diese Länder ein solches Wachstum bewältigen wollen, was das für Ressourcenverbrauch und Migration bedeuten wird. Apropos Vereinte Nationen: Die Repräsentativität des Sicherheitsrats wird noch windschiefer sein als heute schon; von den fünf Vetomächten werden zwar noch China und die USA zu den demografischen Schwergewichten zählen, Russland nicht mehr, das Vereinigte Königreich und Frankreich sind ohnehin schon «out». Indien übrigens könnte China 2027 als volkreichstes Land überholen; China wird gegen Ende des Jahrhunderts «nur» noch gut eine Milliarde Menschen zählen.