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Weltwirtschaft in der «Twilight Zone»

Wachstum oder Rezession – die globale Wirtschaft steht am Scheideweg. Die verantwortlichen Politiker haben bisher nicht besonders hilfreich gehandelt.

Tina Haldner

Die politische Unsicherheit in den USA und Europa hat in den vergangenen Wochen erneut zugenommen und bewegt sich auf hohem Niveau, wie die beiden Charts von Morgan Stanley (MS 64.06 +0.06%) (zu finden bei ZeroHedge) zeigen:

Morgan Stanley erachtet die zaudernden Politiker als Hauptgrund dafür, dass die globale Wirtschaft nicht in die Wachstumszone zurückfindet – verschiedene Indikatoren weisen im Gegenteil darauf hin, dass der bevorstehende Weg aus dem Konjunkturtief steinig bleibt. Rezession oder nachhaltiger Aufschwung, lautet die Frage: die Weltwirtschaft befindet sich in der «Twilight Zone» (This economic twilight zone).

Es gibt laut den Ökonomen von Morgan Stanley zwei Voraussetzungen, um wieder auf den Wachstumspfad zu gelangen: Erstens, die Politik muss aktiv werden und konkrete Massnahmen treffen. Zweitens, die Massnahmen müssen greifen und Wirkung entfalten.

Tönt eigentlich ganz einfach. Doch die letzten Monate haben wiederholt das Gegenteil bewiesen. Die Lösungsversuche bewegten sich bisher allerdings in einem engen Rahmen: mehr Liquidität lautete das Zauberwort. Doch die Halbwertszeit der Effekte dieser Stimulierungsversuche schrumpfte in den vergangenen Monaten zusammen. Die Zusage des Hilfspakets für die spanischen Banken beispielsweise vermochte die Märkte nicht einmal eine Woche zu beruhigen. 100 Mrd. € verpufften innerhalb weniger Tage.

Morgan Stanley zeigt sich denn auch nicht besonders zuversichtlich und hat die Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre vorsorglich – erneut – nach unten revidiert: